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Auf Grün re(a)giert ■ „Alle haben gewonnen“, ist die Zusammenfassung von Sebastian Kurz. Letztlich hat er gar nicht so unrecht. 2017 sind die GrünwählerInnen noch scharenweise zur ÖVP übergelaufen, vor allem in Wien, wegen dem Familienbonus, jetzt wurde dieser sogar erhöht und die Gutsituierten sitzen zu Hause am Rechenstift und überlegen, wie sie das Körberlgeld veranlagen sollen.

Von Kurto Wendt

Zwei Wochen nach Inkrafttreten im Jänner hatte eine österreichische Bank ganzseitige Inserate geschaltet mit direkten Vorschlägen wie der Familienbonus veranlagt werden könne.

Es ist klar, den Familienbonus kriegen nicht die Armen, sondern jene, die sich Vorsorgewohnungen kaufen, um von den Armen überhöhte Mieten zu verlangen. Für ihre Kinder, versteht sich.

Grüne WählerInnen sind tendenziell weniger armutsgefährdet, sie sind im Schnitt gesünder, sie sind besser gebildet. Sie haben also gewonnen, wenn sie nicht ideologisch Solidarität und Gerechtigkeit über ihre eigene Lebenslage stellen.

Der Jubel über erfolgreiche Klientelpolitik wird dann oft versteckt hinter Allgemeininteressen.

1.055 Euro für ein Jahr öffentlicher Verkehr? Ich bin jetzt 55 und hab noch nie so viel ausgegeben, um in Österreich herumzugurken, eine Förderung der gehobenen Mittelschicht und wer von denen Auto fährt, wird wegen der Ersparnis kaum verzichten.

Für viele in Österreich lebende Menschen ist das mehr als ein Monatslohn. Schnell mal ein Wochenende am Wörthersee? eine spannende Uraufführung in Bad Ischl? oder ein angesagtes Achterl Rotwein in Neusiedl?
Das sind keine Aktivitäten, die sich Arme Menschen leisten können.

Dass die Unternehmenssteuern gesenkt werden und Menschen ohne Gründe in Haft genommen werden können, stört das Grüne Klientel auch nicht nachhaltig.

Ich mach Die Grünen da gar keinen großen Vorwurf, sie bedienen ihr Klientel so wie es die Neos, die ÖVP und andere Parteien auch tun.

Was ich aber voll nicht mag, ist, wenn jetzt meine grünen FreundInnen versuchen werden, das Ergebnis zu beschönigen.

Mit morgen wird es nicht getan sein. Ihr werdet sehr oft im Parlament die Hände heben müssen und JA sagen. Wenn die Arbeitsagenden zur Wirtschaft wandern, wenn die Frauenagenden versteckt werden, wenn die Verwahrungshaft beschlossen wird.

Ich schau, ob ihr auf Seiten jener steht, die dagegen demonstrieren oder auf Seiten derer, die für ihren Familienbonus ein stückweit Demokratie opfern.

Ich bin jedenfalls ab 11.1. 2020 fix LINKS und wenn ihr wollt können wir das auf Perspektive gemeinsam machen. Aber bitte nicht Trost erwarten, wenn ihr Woche für Woche Dinge entscheiden „müßt“, die ihr noch vor wenigen Wochen bekämpft habt.

Wir leben so weit in einem freien Land. ihr könnt jederzeit ja oder nein sagen, jederzeit.

Kurto Wendt war einer der OrganisatorInnen der legendären Donnerstagdemos in den Jahren 2017, 2018 und 2019 und Anfang der 2000er Jahre gegen die blauschwarze Regierung..

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