Verbrennungskapitalismus oder Menschheit

Rudi_PortSteuer fürs Ausatmen ■ Tut mir leid, wissenschaftlich erwiesen: Wir Menschen produzieren CO2. Wir und die Tiere. Dieses CO2 brauchen die Pflanzen und die Bäume, um Zucker herzustellen, Zellulose, und um zu wachsen. Und sie atmen wieder Sauerstoff aus, welches wir wieder einatmen. Eine hoffentlich ewige Ökologie. Ohne CO2 wären alle Pflanzen kaputt, dann die Bienen und dann wir Menschen.

Von Rudolf Karazman

Tut mir leid. Wir produzieren CO2. Nicht nur der SUV und das Flugzeug. Wir auch. Den ganzen Tag. 1kg CO2 pro Tag! 380kg pro Jahr. 7 Milliarden Menschen täglich! Check it out, Joe: so 3 Billionen Tonnen pro Jahr produziert die Menschheit.

CO2 gehört also zur Welt wie das Cholesterin zum Menschen. Natürlich ist zu viel zu viel. Aber zu wenig im Blut ist zu wenig. CO2 verteufeln und wie im ORF-Mittags-Journal als Schadstoff zu bezeichnen geht gar nicht.

Was mach ma nun mit dem Menschen? Wir könnten mit einer CO2 –Steuer fürs Ausatmen das Ausatmen einbremsen.

Steuern sind ja Problemlöser par excellence. CO2-Steuer. Fleisch-Steuer. Kerosin-Steuer. Die aktuelle Politik ein einziges Steuer-Paradies. „Steuer bewirkt Lenkungseffekte!“. Wie im Auto, das Steuer zur Lenkung?

Mit CO2-Steuern also auch das Ausatmen lenken. Viele (arme) Menschen würden dann nur noch einatmen. Natürlich müsste eine CO2-Steuer fürs Ausatmen sozial verträglich gestaltet werden. 100kg pro Jahr könnten steuerfrei sein. Kinder erst ab dem Volksschuleintritt. Dafür müssen große Menschen mit großer Lunge mehr CO2 –Steuer zahlen. Spezial-Aufschlag für Marathon-Läuferinnen, Blasmusikkapellen und Radfahrer? Überhaupt sollte Sport angesichts drastischer CO2 –Produktion ebenso drastisch reduziert werden. Ja, großflächig verboten! Und ehrlich: es braucht weniger Menschen!

Die Hirnlosigkeit im Dauer-Ruf nach Steuern wurzelt in der Hirnlosigkeit der Ideologie Margret Thatchers. Grenzwertige Entwicklungen in einer Gesellschaft werden gelöst, in dem man diese auf zwei Drittel reduziert. Der Rest wird mittels Steuern ausgeschlossen. Für die Ärmsten: draußen bleiben. Abgaben, Steuern, Strafen, Verbote, Malus, Selbstbehalte sind keine Politik, sondern Polizei. Sie bringen keine bessere Zukunft, sondern weniger Zukunft für viele. Mittels gesetzlich verankerter Stressoren sollen Menschen durch finanzielle Peitschenhiebe zur Änderung gezwungen.

Diese Politics by Stress führen zu Stress by Politics, führen zu Ärger, Aggressivität, Gewalt, Konflikten und das Adrenalin lässt das Gehirrn irrn und FPÖ wählen. Diese Stress-„Politik“ erhöht die Aggressivität in der Gesellschaft und diese Aggressivität holen die aggressiven Rechtsparteien – dank der Lenkungseffekte von Krone oder Fellner – dann am Wahltag von den Wutbürgern ab. Und die Erhöhung von Steuern, Strafmandaten und Abgaben nennen sie dann Reform? Gegenreformation wäre passender!

Die CO2 –Steuer hat Vorteile. Für Wohlhabende. Endlich geben die Armen die Straße frei, weil sie das Auto nicht mehr zahlen können. Auch das Fliegen besteuern und verteuern und dann ist wieder Platz am Strand von Ibiza.

Die neoliberale Entzügelung der Marktmacht geht mit einer Entzügelung der Egoismen und Sadismen einher.  Und die rosa, tükrisen und grünen Spezialdemokraten nennen das nun nicht mehr CO2-Steuer, sondern CO2-Bepreisung. Kluge Leute. Aber etwas Ernst, wenn ich bitten darf: Die C02-Steuer wird mindestens 1:1 an die KundInnen weiterergeben. Und: Köst und Kest halbieren die Wirkung der CO2 –Steuer für Unternehmen und Selbständige. Der Gewinn aus dem Verbrennungskapitalismus wird nicht geschmälert! Es wird nur teurer.

Und was passiert dann mit den Steuermitteln? Zweckgebunden für Klimamaßnahmen? Wie ist es mit der NOVA? Wir haben schon eine Steuer als autospezifische Umweltsteuer eingeführt. Was passiert mit dem NOVA-Geld? Muss denn alles im Kasino-Schacher verspielt werden? Kann nicht schon vorhandene Auto-Steuer zwangsgebunden in echte Reformen gesteckt werden? Das Steuergeschrei vernebelt die Sicht auf die wesentliche Frage. Verbrennungskapitalismus oder Menschheit. Motor der Erderwärmung ist das globale Diktat der Moneypol-Konzerne zum Maximal-Profit.

Und Maximal-Profite erfolgen nicht in Umstellungsphasen, sondern dann, wenn ein eingeschlagener Weg, wenn „optimierte“ Prozesse, bis zum letzten Blutstropfen ausgesaugt werden. Bis Ende mit Gelände. Und die Regierungen spielen als politisches Personal der Groß-Konzerne, denn Geld kauft Demokratie. Siehe KTM und Kurz…

Wie soll der Green Deal der EU gehen? Es geht nicht primär um Finenzierung, sondern um Entmachtung und Übernahme der Entscheidungsgewalt in den Großkonzernen und Großbanken durch die Völker Europas et al.. Statt finanzieller Gewinne humanökologische Gewinne für die Zukunft unserer Kinder und ihrer Erde? Erst vor diesem Hintergrund kann CO2-beipreisung sozial gerecht werden.

Wenn im Weltklimabericht der Anteil der Landwirtschaft und Oberflächengestaltung an den Erwärmungsfaktoren bei 35-40% liegt, dann braucht es intelligente Veränderungen bei Bodengestaltung und -nutzung, in Düngemittel, Saatgut, Analyse, Timing, Maschinen etc., dann braucht es kein Mersocur oder Importe aus anderen Kontinenten… Agrar-Subventionen bilden den Großteil des EU-Budgets und damit könnten wir in die richtige Richtung lenken, allein es braucht Wissen, Plan, Personen und Politik. Es ist alles da für eine smarte Landwirtschaft. Rückbau verbauter Flächen sollte Vorbedingung für Neubauten sein etc..

Also eine globale Landwirtschaft mit und für regionale Bäuerinnen und Bauern, und nicht für Konzerne wie beispielsweise Nestle und United Fruit. Landkultvierung statt Landgrabbing usw..

Der größte Schaden für die Menschheit und das Weltklima kommt aus der Rüstungsindustrie, aus dem militär-industriellen Komplex. Enormer Verbrauch an menschlicher Intelligenz, an Leben, an seltenen Erden und an tollen Technologien – zum Töten, zum Auslöschen, Vergiften und Zerbomben. Welch technologische Ökologie-Explosion mit allem dem Wissen, Geld und Materialien könnte glingen, welche Schonung der Umwelt, welche Sicherheit und welcher Frieden für die Menschen. Rüstungsindustrie braucht Spannungen und Kriege: die größte Menschen- und Umweltgefährdung. Der erste und mächtigste Hebel eines Klimapolitik-Wandels ist globale Umrüstung des Militärisch Industriellen Komplex in ein globales Ökologie-Valley. Schwerter zu Pflugscharen!

Oder die deutsche Autorindustrie: Sie betrügt systematisch Welt und Umwelt durch technische Umgehung der Umweltgesetze. Wo waren die deutschen Regierungen aus CDU, CSU, SPD und Grüne bei diesem Betrug? Dass deren Autos das Hundertfache an Schadstoffen ausstoßen muss doch irgendwem im Exportweltmeister-Land aufgefallen sein. Und nach dem es USA-Institutionen erlaubterweise aufgefallen war, gibt es Hardware-Lösungen, die aber nicht nachträglich kostenlos eingebaut werden. Die deutsche Regierung drangsalisiert Harzt-IV-Arme, aber nicht die Auto-Industrie: Die deutsche Regierung definiert nicht einmal Tempolimits auf Autobahnen und verschuldet dadurch zu Hunderten Unfalltoten. Die deutsche Regierung ist ein Zulieferer der umweltfeindlichen Automobilindustrie. Solange es eine Regierung nicht für die Menschen, Menschheit und Zukunft gibt, ist eine CO2-Steuer nicht mehr als Hartz-IV für Autofahrer.

Und bitte hört auf mit dem Krieg gegen die PKW-FahrerInnen. Über 70 Jahre hat sich hier eine Mobilitätstradition entwickelt, die nur mit Gewalt rasch gestoppt werden kann und ein Kleinkrieg gegen die Autofahrer wird noch weiter die Aggressivität in der Gesellschaft fördern.

Ein moderner SUV verbraucht und verpestet weniger als der ältere Golf. Aber natürlich ist es den Konzernen lieber, dass die Autofahrer zum Kern-Übel werden, und sie aus der Schusslinie entschwinden

Nehmen wir das Internet, die Server oder die Blockchains für Bit-Coins. Ein Riesen-CO2-Feld. Kein Wort von den Grünen. Wieso wird die Bitcoin-Produktion nicht weltweit verboten? Island fungiert als Flugzeugträger der Bitcoin-Industrie und 90% des Strombedarfs Islands wird von dieser verschlungen werden. Also warum kein sofortiger Stopp?

Der Autor Prof. Dr. Rudolf Karazman
ist Facharzt für Psychiatrie & Neurologie, Psychotherapeut, Arzt für Arbeitsmedizin und IBG-Gründer. Er ist Jahrgang 1955, entstammt einer burgenländisch-kroatischen Bauernfamilie aus Nikitsch, schrieb mehrere Bücher. Der vielseitige Wissenschafter hat ein Faible für Musik. Er spielte in den Anfangsjahren der „Drahdiwaberl” bei Kapellmeister Stefan Weber Saxophon und der Politkult-Band „Bolschoi Beat”.

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