Authentisch und inbrünstig interptätlerte Mund-Art

© Martin Winzisch

Vakentin & die Zuckerbäcker Diesmal wird der Abend im ’s Baumgarten von einer jungen, Herz erfrischenden Band versüßt, jeder Musiker strotzt vor Talent, Musiksensibilität und Spielfreude, und gemeinsam finden sie zu einem völlig eigenen Sound, der zur allgemeinen Freude ziemlich groovelastig ist.

Von BLONDPRODUCTION „Funky“ Renate Danninger

Die poetischen und sensiblen Texte stammen von Valentin Lichtenberger – aus Oberösterreich – der sie auch singt und dazu die Gitarrensaiten zwirbelt.


Markus Storf – aus Vorarlberg – bereitet Entzücken mit Saxophon und Perkussion, die er mit leichter Hand auch gleichzeitig bedient, ebenso zeigt er Singstimme. Fabian Baumgartner – aus Südtirol – das Publikum mittels Gitarre und (außerordentlich hübscher) Mandoline. Georg Haider am E-Bass dürfen die BesucherInnen wegen Erkrankung leider nicht kennen lernen …

Die Zwei (oder Drei, je nach Gesundheitslage) sind die unersetzlichen Zuckerbäcker

Sie sind die Zutaten die Valentin musikalisch den Rücken stärken und einfühlsam den Klangboden zu seinen einzigartigen Dialekt-Gedichten legen. Wenn Valentin Lichtenberger authentisch und inbrünstig seine Lieder zum Besten gibt, ist man verführt, ihn mit Größen wie Arik Brauer und Andre Heller zu vergleichen – aber er bleibt er selbst und somit unvergleichbar!
Gerecht verteilt reihen sich ruhige Balladen an erquickende Groove-Explosionen, wechseln sich im Radl ab aufziehende Gänsehaut macht intensive Bekanntschaft mit diesem Radschlag. Es beginnt gefühlvoll ruhig mit „Du kummst ned aus’m Bett“ (jo, wer kennt des ned) und Musik wie Herz gehen auf.
Der „Taxitänzer“ tanzt im rockigen Groove, dass die Fetzen und Tanzbeine fliegen, Markus ist schon beinah hyperaktiv an Saxophon wie Perkussion und Valentin pfeift gekonnt am Schluss drauf.
„Über die Gossn“ schmeichelt sich mit erzählerischen Saitenklängen ein, die Singstimmen klettern lustvoll in die Höhen, gemütlicher Jazz-Groove macht sich breit und dazwischen kommt als überraschend noch das Mutzi-Katzi.
Das „Salonschiff“ (in Linz) heißt Libido, die Melodie könnte den Beatles entsprungen seinund treibt den Anwesenden vor Glück Tränen ins Auge. Der „Nachtzug“ fährt im Takt von Heimat-Pop-World-Musik quasi rund um die Welt und „Baklava“ ist eine Zucker-Ode mit großer Musik, die wohlig die Gehörgänge massiert. So richtig geil und sexy ist der „Hundesohn“ und vorwitzige Saitensprünge verlocken zu ausgelassenen Tanzsprüngen. Damit der Abschied nicht allzu schwer fällt, kann man noch günstig eine CD erwerben, die in einer ausgefallenen Hülle steckt.

Es ist schon erstaunlich, welche musikalische Schätze und Kleinode man immer wieder (leider unbemerkt von Medien und Radiostationen) in der heimischen Szene entdecken kann. Dieser einmaligen Formation sollten natürlich sämtliche Erfolgsdaumen gedrüdkt werden.

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