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Liebeserklärung der anderen Art

© Foto: „Lady“. Georg Biron & Szeve Gander

Georg Biron & Steve Gander ■ Im Tschocherl haben sich am 27. Juni 2024 zwei Szenegrössen glücklich gefunden. Sie kommn geografisch wie künstlerisch aus völlig verschiedenen Ecken und harmonieren trotzdem auf höchstem Niveau. Ihre Darbietung „Der Mörder und andere Leut‘ “ – passt wie Faust aufs Aug‘!

Von BLONDPRODUCTION „Funky“ Renate Danninger

Der nimmermüde Georg fischt seine Texte aus dem schier unendlichen Biron-Universum,9 in das er die erstaunten Zuschauer entführt. Mit Authentizität und Biron’scher Wortwahl zielen die G’schichtln gekonnt direkt auf Herz und Hirn.

Steve Gander, geborener Brite, steht als Singer/Songwriter im Dienste der Musik und interpretiert seine Lieder mit charismatisch tiefer Stimmer derart bemerkenswert, dass sie dem Publikum noch lange wohlig im Ohr liegen.

Ein Hauch von Schwarz liegt über dem Titel, der dazugehörige Humor drückt der Zuhörerschaft gehörig aufs Zwerchfell, auch wenn so manch Birontext das bitterste Leben schildert

Eröffnet wird der mörderische Reigen von Steve stilecht durch „Peng Peng“ mit Wiener Dialekttext von Biron, bei dem Gander wirklich gute Figur macht, obwohl seine (Sing)Sprache Englisch ist.
Biron sinniert aus aktuellem Anlass über die Erfindung des Fußballspiels, Realität und Wirklichkeit und auch eine Cordoba 1978 Anekdote darf nicht fehlen. Steve singt vom Wembley 1966 Triumph, wobei letztendlich die Briten nicht sehr gut aussehen. Biron wäre lieber das Krokodil als der Kasperl, Gander macht mit einem Hedonistenblues Hunger auf alles, den Biron mit Sex, Drugs and Rock’n’Roll aus dem Ruhrgebiet stillt.

Schunkelig und groovy ordert Steve „Devil, Buy Me A Drink“ was die erste Pause einleitet. Gander serviert eine murder-story zu den beruhigenden Noten zu „House Of The Rising Sun“ worauf Biron Weihnachtserotik auspackt, die in tiefste Wiener Gefilde eintaucht. Steve beschwert sich über einen „Fucking Bad Day“ und lässt das Publikum beim Surrealisten-Refrain „da da da da da, da da da da“ glänzen.

Bei Mördern dürfen natürlich Udo Proksch und Jack Unterweger, die Georg Biron persönlich kannte, nicht fehlen und Steve Gander antwortet treffend mit „Wien, Du alte Sau“

Nach neuerlicher Pause gibt’s sogar noch einen dritten Akt, u.a. mit Biron’s „Rosa Venus“ – dieses Gedicht bildet den gelungenen Spagat zwischen Lyrik und Musik.
Geschunkelt bereitet Steve diesem buntem und gewitztem Abend mit „Die Wiener“ und einer Liebeserklärung der etwas anderen Art leider ein Ende, gerne hätte man noch stundenlang weiter gelauscht und genossen.

Bleibt nur zu hoffen, dass uns diese unerwartete Paarung zweier charismatischer Künstler noch öfter erfreuen wird!
Möge die Befruchtung weiterhin so exzellent gelingen!!

Das Tschocherl in der Wurmsergasse 42, 1150 Wien, dient als Bühne für Kabarett, Musik, Lesungen und Firmen Events. Es bietet bekannten Künstlern, ebenso wie Newcomern eine angenehme Atmosphäre.
Betrieben wird das Das Tschocherl vom Verein MKK deren Obmann Christian Jeschko ist. Vor den Vorstellungen und in den Pausen gibt es Getränke sowie kleine Snacks. An den Vorstellungstagen, meistens Donnerstag bis Samstag, beginnen wir mit dem Einlass um 18:30 Uhr. Die Vorstellungen beginnen um 19:30 Uhr und Sperrstunde ist um 23:00 Uhr. Das Das Tschocherl bietet bis zu 55 Personen Platz. Nähere Infos zu Booking unter booking@tschocherl.wien. 

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