
Harte Bandagen ■ Seit Februar 2022 befindet sich der Westen im großen Wirtschaftskrieg mit der Russischen Föderation.
Ein Buch von Hannes Hofbauer erschienen im Promedia Verlag
Die Instrumente des Wirtschaftskrieges gegen Russland sind zahlreich. Sie reichen von Sanktionen gegen Personen, Unternehmen und ganze Branchen über Embargos, Blockaden und Boykottmaßnahmen bis zu physischen Angriffen auf Infrastruktureinrichtungen.
„Hannes Hofbauers „Im Wirtschaftskrieg“ ist im Grunde ein Buch über die Geschichte von Sanktionsregimen, also von Blockaden, Boykotten, Embargos und anderen „wirtschaftskriegerischen“ Maßnahmen, wobei der Schwerpunkt klar auf den seit 2014 gegen Russland verhängten Sanktionen liegt. Die Gründe dafür sind offensichtlich. So ist Russland inzwischen das meistsanktionierte Land der Welt – noch vor dem Iran. 14 Sanktionspakete hat die EU seit 2022 gegen Russland erlassen. Berücksichtigt man noch die Entwicklung seit der Annexion der Krim im Jahr 2014, sind es sogar 21. Insgesamt 21,5 Milliarden Euro an russischen Vermögenswerten waren zuletzt eingefroren, 300 Milliarden Euro an Zentralbankgeldern blockiert”,
schreibt Thomas Trares auf der bundesdeutschen Internetplattform Nachdenkseiten am 14. November 2024.
‚Washington und Brüssel haben im März 2014 damit begonnen, russische Bürger und Firmen auf schwarze Listen zu setzen
Was anfangs als Bestrafung für die Abspaltung der Krim von der Ukraine gedacht war, wurde später mit der Durchsetzung westlicher Werte argumentiert. Allerdings stand auch die Sowjetunion bereits ab 1948 (bis Mitte der 1990er-Jahre) unter einem scharfen westlichen Embargo-Regime; damals ging es darum, den Kommunismus einzudämmen.
Ein Blick in die Geschichte westlicher Sanktionspolitik zeigt, wie konstant dieses Instrument zur Durchsetzung geo- und wirtschaftspolitischer Interessen im Einsatz ist. Nach Großbritannien übernahmen die USA diesbezüglich die Führungsrolle, wobei ihnen die EU um nichts nachsteht.
Neben dem Kampf gegen Russland werden im vorliegenden Buch des Wiener Historikers Hannes Hofbauer auch die westlichen Sanktionsregime gegen Kuba, Nordkorea, Jugoslawien, den Irak und Iran behandelt.
Der Wirtschaftskrieg gegen Moskau hat eine bis dahin nicht gekannte Dimension erreicht. Einfrieren, Beschlagnahmen und Diebstahl russischen Eigentums sind zu einer gängigen Praxis geworden. Moskau reagiert entsprechend. In der Welt außerhalb der transatlantischen Blase kann man einen Vertrauensverlust in die von Washington und Brüssel dominierten Institutionen beobachten. Eine Entwestlichung des eurasischen Raumes und des Globalen Südens ist die Folge.
Promedia Verlag
Hofbauer, Hannes: Im Wirtschaftskrieg.
Die Sanktionspolitik des Westens und ihre Folgen. Das Beispiel Russland
© Promedia 2024. Format: 14,8 x 21. ISBN: 978-3-85371-533-8.
256 Seiten, Preis 22 Euro
E-Book:Preis 17,99 Euro ISBN: 978-3-85371-919-0.
Hinweis: Hannes Hofbauer Piraterie am finnischen Meerbusen.
Der Autor
Hannes Hofbauer, geboren 1955 in Wien, studierte Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Publizist und Verleger. Von ihm sind zum Thema erschienen: „Feindbild Russland. Geschichte einer Dämonisierung“ (2016) und „Zensur. Publikationsverbote im Spiegel der Geschichte“ (2022).
