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Kampf für eine Welt des Friedens

© M. Wachter

Gegen Krieg und Faschismus Vor 80 Jahren befreite die Rote Armee das Konzentrationslager von Auschwitz

Avante!, Nr. 2669 vom 23. Januar 2025 übersetzt von Bruno

Am 27. Januar 2025 gedenkt man an das 80-jährige Jubiläum der Befreiung des Konzentrationslagers von Auschwitz durch die sowjetische Rote Armee, wodurch die Welt von dem Horror und der Barbarei des Nazifaschismus erfuhr und womit sie dem größten der vielen Konzentrations- und Vernichtungslager ein Ende bereitete.

Nachdem die sowjetischen Streitkräfte dem NS-faschistischen Heer nacheinander üble Niederlagen bereitet hatte, insbesondere in den Schlachten um Moskau, Stalingrad, Kursk, Leningrad – wo die Stadt einer 900 Tage dauernden Belagerung widerstand – und am Dnjepr, verfolgte sie die nazifaschistischen Horden bis nach Berlin, wo dann die siegreiche Entscheidungsschlacht gegen Nazi-Deutschland stattfand, was die bedingungslose Kapitulation am 9. Mai 1945 nach sich zog.

Auf ihrem Befreiungsfeldzug erlöste die Rote Armee unzählige von den Nazis vor allem in der Sowjetunion, Polen und in Deutschland errichtete Konzentrations-, Vernichtungs- und Sklavenarbeitslager von ihrem Elend.

Auschwitz-Birkenau, in Polen angesiedelt

Strategisch im Zentrum von Europa in Polen angesiedelt, war Auschwitz-Birkenau das größte Konzentrations- und Vernichtungslager der Nazis, wo auch am meisten Gefangene umgebracht wurden, unter ihnen Kommunisten und andere Antifaschisten, Juden, Kriegsgefangene, Homosexuelle, Roma, Behinderte, psychisch Kranke und andere Menschen, die nicht dem arischen Idealbild der Nazis entsprachen.

Mit den Massenermordungen in den Gaskammern wurde von den Nazis Ende 1941 begonnen. Zuvor war Zyklon B, das eigentlich als Biozid zur Schädlingsbekämpfung verwendet worden war, an sowjetischen und polnischen Kriegsgefangenen mit Erfolg getestet. Ab dem obigen Zeitpunkt wurde das Gas als Hauptvernichtungsmittel in Auschwitz-Birkenau und in anderen ähnlichen Konzentrationslagern eingesetzt. Im Konzentrationslager von Auschwitz-Birkenau, das als Todesfabrik bekannt wurde, wurden tagtäglich etwa 6000 Menschen ermordet.

Das deutsche Großkapital pofitierte davon

Der ganze Komplex Auschwitz-Birkenau wurde von der Deutschen Bank finanziert. Die IG Farben-Bayer (welche auch das Gas Zyklon B lieferte), IBM oder Metall Union sind diejenigen Firmen, die als Profiteure der Sklavenarbeit in Auschwitz-Birkenau angegeben werden. Aber auch viele andere Firmen nutzten die Sklavenarbeit im hitlerischen Nazi-Regime aus: Deutsche Ausrüstungswerke GmbH DAW (ein Rüstungsbetrieb der SS), Krupp, Allianz, Opel, BMW oder Volkswagen und noch viele mehr waren daran beteiligt.

Faktisch alle großen deutschen Monopol-Gesellschaften (u.a. Krupp, Thyssen, IG-Farben-Bayer) standen hinter der Herrschafts- und Auslöschungspolitik der Nazis. Der Nazi-Faschismus war kein Zufallsprodukt noch das Werk von Verrückten. In Wirklichkeit war er die Durchsetzung der terroristischen Diktatur der Monopole.

Auf die Spitze getriebener Horror

In den letzten Monaten des Jahres 1944 befahlen die Nazis angesichts des unaufhaltsamen Vormarschs der Roten Armee die Gaskammern und die Verbrennungsöfen von Auschwitz-Birkenau zu zerstören. Die Vernichtung der Beweise der fürchterlichen Verbrechen kannte keine Grenzen. Und im Januar 1945 dienten alle verfügbaren Mittel zum Umbringen der Gefangenen.

Am 17. Januar diesen Jahres wurde der Befehl zur Evakuierung der drei Auschwitz-Lager gegeben. Über 60.000 Gefangene wurden dazu gezwungen, Tag und Nacht zu marschieren: Tausende starben auf dem Weg aus Erschöpfung oder wurden exekutiert.

Weitere Konzentrations-, Arbeits- und Vernichtungslager wurden vor Ankunft der Anti-Hitler-Truppen der Alliierten evakuiert. Hunderttausende von Gefangenen wurden von den Nazis dazu gezwungen, unzählige Kilometer auf ihren fürcherlichen Todesmärschen zu laufen.

Rote Armee befreit Auschwitz

Die Befreiung von Auschwitz-Birkenau fand am Nachmittag des 27. Januars 1945 statt. Es waren sowjetische Soldaten, die von der ukrainischen Front kamen, welche, den Horror vor Augen, die sieben bis achttausend im Lager zurückgebliebenen Gefangenen retteten.

Sieben bis achttausend Gefangene, das waren die letzten von insgesamt mindestens 1,3 Millionen, die dort von 1940-1945 ihr Martyrium erlebten. Es waren diejenigen, welche die Gaskammern, die Verbrennungsöfen, die Sklavenarbeit, die Folterungen, die sadistische Willkür, die Unterernährung, die Kälte, die Krankheiten, die makabren Experimente, bei denen Menschen als Versuchskaninchen verwendet wurden, überlebten.

Die Rote Armee setzte ihren Vormarsch fort bis sie Berlin eroberte und Europa und die Welt von der nazifaschistischen Barbarei befreite. Zu diesem Sieg trugen auch die Alliierten und die antifaschistischen Widerstandsbewegungen bei, wobei Kommunisten eine herausragende Rolle einnahmen.

Der Imperialismus fand sich nie damit ab

Der Imperialismus fand sich nie damit ab, welch entscheidende Rolle die Sowjetunion bei dem Sieg über den Nazifaschismus gespielt hat sowie bei dem weltweiten Entwicklungsprozess bei der gesellschaftlichen und nationalen Emanzipation, welche durch das heldenhafte Handeln des sowjetischen Volkes unter Führung der kommunistischen Partei ermöglicht wurde. So warnte auch Bertolt Brecht nach der Niederlage des Nazifaschismus zu Recht, „der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch“.

Die vom Kapitalismus zur Überwindung seiner tiefgreifenden Krise im 20. Jahrhundert geschaffenen rechtsradikalen, faschistischen, nazigleichen Kräfte wurden jahrzehntelang dazu verwendet, revolutionäre, progressive Kräfte in Lateinamerika und Asien zu bekämpfen. Jetzt werden sie in verschiedenen Ländern wieder hervorgeholt, um die Angriffe auf Arbeiterrechte und Völkerrecht zu intensivieren, als Instrumente zur Einmischung und Destabilisierung und um Konflikte und Kriege auszulösen und zu fördern.

Ausdruck dieses Umstands ist der Krieg Israels gegen das palästinensische und andere Völker des Nahen Ostens, der mit Unterstützung der USA, der NATO und der EU geführt wird; der Krieg in der Ukraine, der von der USA, der NATO und der EU gegen die Russische Föderation angezettelt wurde und am Laufen gehalten wird; sowie verschiedene Aktionen der Einmischung, Destabilisierung und Aggression vonseiten der USA in unterschiedlichen Teilen der Welt.

In der Tat, im Augenblick aufmerksam sein

Angesichts der Tatsache, dass insbesondere in Europa die rechten Kräfte und die Sozialdemokratie keine Antwort bieten für die Probleme und Forderungen der Lohnabhängigen und der Völker, ganz im Gegenteil betreiben sie eine Politik, welche das Monopolkapital begünstigt; während gleichzeitig die großen Wirtschaftsverbände rechtsextreme und faschistische Kräfte mit ihren Vorstellungen und Projekten fördern, wie man in Italien, Holland sehen konnte, wo sie Wahlen gewannen, bzw. in Österreich, Schweden, Finnland oder Frankreich, wo sie bemerkenswerte Wahlergebnisse erzielten; so wie auch das Denken in eine einzige Richtung gefördert wird, während das kritische, abweichende Denken angeprangert, totgeschwiegen, entstellt und unterdrückt wird, ebenso wie diejenigen, die effektiv für ihre Rechte, den sozialen Fortschritt, Souveränität, Frieden und Zusammenarbeit kämpfen; in Zeiten, in denen die Gesschichte verfälscht und neu geschrieben wird, wo der Faschismus und seine Verbrechen weißgewaschen werden, während diejenigen, die dagegen angekämpft haben, kriminalisiert werden; wo Antikommunismus auf dem Programm steht, wo Konfrontation, Militarismus, Rüstungswettlauf und Krieg proklamiert werden. Es ist deshalb dringend erforderlich, dass diesem Monster entgegengetreten wird, damit es nicht noch einmal die Menschheit bedrohen kann.

Zu diesem Zweck wird der Kampf der Lohnabhängigen und der Völker, das Vorhandensein, die Stärkung und das Einschreiten von Kommunisten und anderen anti-faschistischen und anti-imperialistischen Kräften entscheidend beitragen, welche gegen Ausbeutung und Unterdrückung kämpfen und für Frieden und Zusammenarbeit, für die Freundschaft zwischen den Völkern, für eine bessere und menschlichere Welt eintreten.

Werte der Nelkenrevolution verteidigen:
für Frieden und Demokratie,
gegen Krieg und Faschismus

Auch hier in Portugal muss der Kampf für Demokratie und Frieden, gegen Krieg und Faschismus geführt werden, da Konzerne ihre Herrschaft über die Wirtschaft und das Leben in Portugal dazu nutzen, um Gewinne von Milliarden von Euro anzuhäufen. Aufeinanderfolgende Regierungen von PS, PSD und CDS (nun auch in den grundsätzlichen Fragen mit Unterstützung von Chega und IL) haben im Dienste des Großkapitals einen Weg zur Intensivierung der Ausbeutung und zur Verschärfung der Ungleichheiten eingeschlagen. Jahrzehntelang wandte sich eine rechte Politik gegen den freiheitlichen Weg, der durch die Revolution vom 25. April 1974 eröffnet wurde.

Die wirtschaftliche und soziale Situation im Lande verschlimmert sich mit der Beschränkung gesellschaftlicher, wirtschaftlicher, politischer und kultureller Rechte, mit der Verschlechterung der Lebensbedingungen der Lohnabhängigen und des Volkes, mit der Verschärfung der Ungerechtigkeiten und der sozialen Ungleichheit, mit der Zunahme der wirtschaftlichen und politischen Herrschaft des Großkapitals, mit der Unterwerfung unter die Interessen ausländischer Mächte (insbesondere der EU und der NATO), sodass dadurch die nationale Souveränität und Unabhängigkeit untergraben wird. Gleichzeitig werden reaktionäre Kräfte und Projekte gefördert, welche eine fortschreitende Bedrohung der Rechte der Lohnabhängigen und des Volkes, der demokratischen Freiheiten, der Demokratie an sich und der Zukunft Portugals bedeuten. Andererseits nehmen die Bestrebungen, Geschichte und Natur des Faschismus weißzuwaschen zu, während versucht wird, die Rolle der kommunistischen Partei PCP beim Widerstand, bei der Umsetzung der revolutionären Ziele des Aprils und bei der Verteidigung seiner Errungenschaften herunterzuspielen.

Angesichts all dieser Unwägbarkeiten ist es ungemein wichtig, die Politik der Rechten sowie das Abgleiten in Militarismus und reaktionäres Dasein abzulehnen und all dem entgegenzutreten. Auf der anderen Seite müssen die Werte der Nelkenrevolution gestärkt werden und es muss für ein souveränes Portugal, den sozialen Fortschritt und eine Welt des Friedens gekämpft werden.

Bruno ist Aktivist der Linken Deutschsprachigen Freunde Lagos LDFL. Er hat den portugiesischen Avante-Text übersetzt.

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