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Arm bleibt ärmer – Reich wird reicher

© Avante & Bruno

Portugiesische Verhältnisse ■ Ausgaben zur Befriedigung der Grundbedürfnisse: asymmetrische Auswirkungen der Inflation

Von José Alberto Lourenço Avante!, Nr. 2667 vom 9. Januar 2025 übersetzt von Bruno

Portugiesische Familien mussten in den letzten Jahren, insbesondere ab 2022, feststellen, dass die monatlichen Ausgaben für alltägliche Güter und Dienstleistungen (Lebensmittel, Kleidung und Schuhe, Wohnung, Gesundheit, Verkehrsmittel, Telekommunikation, Freizeit, Bildung, Restaurants sowie weitere Güter und Dienstleistungen), welche das Familienbudget ausmachen (insbesondere die Ausgaben für Lebensmittel, Energie und Wohnung) beträchtlich angestiegen sind, ohne dass Löhne und Renten dementsprechend angepasst wurden.

Diese Steigerungen sind gut erkennbar in der aufgeschlüsselten Analyse im Verbraucherpreisindex, der monatlich vom Portugiesischen Statistikinstitut veröffentlicht wird, wonach sich die Entwicklung der Inflation berechnet, sowie bei den Ausgaben für Hypothekenzahlungen beim Erwerb von eigengenutztem Wohneigentum, welche nicht in der Berechnung des Verbraucherpreisindexes enthalten sind, die aber beim Budget vieler Familien schwer wiegen und seit Beginn 2022 eine beträchtliche Erhöhung erfahren haben.

Wenn im Vergleich zum Jahr 2021 die Durchschnittspreise der im Verbraucherpreisindex enthaltenen allgemeinen Güter und Dienstleistungen, nach denen sich die Inflation berechnet, heutzutage etwa 16% höher sind – sie sind in den letzten drei Jahren so stark angestiegen wie in den 14 Jahren zuvor –, so sind die Ausgaben einer Familie für Lebensmittel und Wohnung, Elektrizität, Wasser, Gas, etc. noch viel mehr gestiegen, nämlich um 27% bzw. um 17,7%. Und die durchschnittliche monatliche Hypothekenzahlung für Wohneigentum stieg im Vergleich zum Januar 2022 um etwa 60%.

Zu all dem kommt noch hinzu, dass die Struktur des Verbraucherpeisindexes, nach dem die Inflation berechnet wird, den Durchschnitt der Familienausgaben zugrundelegt, während diese Ausgaben beträchtlich variieren, je nachdem in welchem Einkommensfünftel sich die Familien befinden.

Die Familien des 1. Fünftels umfassen die Familien, die zu den 20% der Einkommensschwächsten zählen, während die 20% der Einkommensstärksten im 5. Fünftel zu finden sind

Nun kann man aber feststellen, dass die einkommensschwächsten Familien verhältnismäßig mehr für Lebensmittel, Wohnung Strom, Wasser, Gas, etc. und Gesundheit ausgeben – Posten, die in den letzten Jahren am meisten angestiegen sind –, sodass „ihre Inflation” mit Sicherheit höher war, als die von dem portugiesischen Statistikinstitut vermeldete „durchschnittliche Inflation”.

Da der Preis für Brot und Getreide in den vergangenen drei Jahren um 28% angestiegen ist, der von Fleisch um 27%, bei Milch, Käse und Eier um 30%, bei Gemüse um 36%, bei Obst um 22%, bei Speiseöl und Fett um 47%, bei Fisch um 19% und angesichts der Tatsache, wie schwer diese Produkte im Warenkorb der einkommensschwächsten Familien wiegen, ist es leicht zu verstehen, wie schwer das Leben von Abertausenden von Familien mit dem geringsten Monatseinkommen geworden ist.

Ohne darauf Rücksicht zu nehmen und trotz der märchenhaften Gewinne, die die großen Wirtschafts- und Finanzkonzerne einstreichen, werden zu Beginn des neuen Jahres weitere Preissteigerungen für viele Produkte und Dienstleistungen angekündigt mit der immer selben Begründung, dass die gestiegenen Produktionskosten und die Erhöhung des Mindestlohns dafür verantwortlich sind.

Angefangen von Brot bis zu Milch und Kaffee (+10-30 Cents), zu Eiern (zwischen 5 und 10%), zu Fleisch (zwischen 5 und 10%), zu den Autobahngebühren (52 Strecken: +2,21%), zu den Mieten (+2,16%), zu Naturgas (+6,9%), zu Tabak und Getränken (+4%), zu den öffentlichen Verkehrsmitteln (+2,02%), den Bankgebühren, der Telekommunikation und vielen anderen Gütern und Dienstleistungen summieren sich die Ankündigungen von Preiserhöhungen beträchtlich.

Löhne und Renten gut oberhalb der Inflation zu erhöhen, die Preise der wichtigsten im Warenkorb der Familien enthaltenen Güter und Dienstleistungen zu kontrollieren, Laufbahn und berufliche Qualifikation zu belohnen sowie die Arbeit zu würdigen, indem man Arbeitszeiten reguliert und verkürzt, Prekariat abschafft und Vollbeschäftigung anstrebt, das sind grundlegende Faktoren, um die Lebensbedingungen unseres Volkes zu verbessern und die Fortentwicklung des Landes zu fördern. Das wäre die richtige Richtung politischer Maßnahmen, die man zu Beginn eines neuen Jahres ankündigen müßte, was aber beileibe nicht der von der rechten Regierung von PSD/CDS eingeschlagene Weg ist, wie wir es schon viele Male kritisiert haben.

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