
UHUDLA Tipps ■ Das Bombenattentat von Oberwart, bei dem vor 30 Jahren vier Roma getötet worden sind, war die blutigste Tat einer Anschlagsserie, die Östrreich in Atem hielt.
Im Februar 2025 jährt sich der Anschlag, bei dem in der Nacht vom 4. auf den 5. Februar 1995 vier Roma einer Sprengfalle zum Opfer fielen zum 30. Mal. Wenig bekannt ist, dass einen Tag nach dem Attentat in Oberwart eine Rohrbombe in Stinatz/Stinjaki explodierte, die einen Mitarbeiter des burgenländischen Umweltdienstes schwer verletzte. Der Wiener Bürgermeister Helmut Zilk war auch ein Opfer der Terror Welle.
30 Jahre Roma Attentat von Oberwart
Eine Veranstaltungsreihe mit Ausstellung Theater, Literatur und Filmen: der Initiative Minderheiten, der Roma Volkshochschule Burgenland, der Theaterinitiative Burgenland, dem Verlag lexliszt 12 und dem Offenen Haus Oberwart.
Ausstellung:
„Man will uns ans Leben“
Bomben gegen Minderheiten 1993–1996
Von 7. 2. bis 23. 3. 2025 im Offenen Haus Oberwart OHO Lisztgasse 12
Info: Tel. +43 3352 38555
„Man will uns ans Leben“
Bomben gegen Minderheiten 1993–1996
Zwischen den Jahren 1993 und 1996 erhielten in ganz Österreich insgesamt 25 Personen und Organisationen explosive Post. Im gleichen Zeitraum detonierten in Kärnten und im Burgenland drei Spreng- bzw. Rohrbomben. Die Anschläge hatten vier Tote, vier lebensgefährlich Verletzte und neun Verletzte zur Folge.
Der Terror adressierte ausschließlich Minderheitenangehörige und ihre politisch-humanistischen Unterstützer*innen. Der folgenschwerste Anschlag fand im Februar 1995 in Oberwart statt, bei dem vier Roma-Angehörige einer Sprengfalle zum Opfer fielen. Josef Simon, Karl Horvath, Erwin Horvath und Peter Sarközi starben durch die Explosion, als sie eine Tafel mit der Inschrift „Roma zurück nach Indien!“ entfernen wollten.
Alle Veranstaltungen zu „30 Jahre Roma-Attentat“ werden gefördert aus Mitteln des Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, des Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport, des Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Land Burgenland, Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus und dem Zukunftsfonds der Republik Österreich.
Donnerstag 13. 2. 2025 im OHO um 19 Uhr
Filmabend
Anschließend Diskussion mit den Regisseuren Hans Panner und Peter Wagner
Amen sam so amen sam
Film von Hans Panner / 16 mm / 34 min
Filmessay über Gegenwart und Vergangenheit der Roma im Burgenland, gedreht 1993 und aus gebotenem Anlass 1995 ergänzt und aktualisiert.
Paula Nardai (gestorben 1999), KZ-Überlebende und Hauptfigur im Film, im fiktiven Dialog mit ihrem Vater: Der Titel „Amen sam so amen sam“ bedeutet „Wir sind, wer wir sind“ und ist Programm und Wunsch zugleich: Er bringt die Bestrebungen der burgenländischen Roma zum Ausdruck, sich als Angehörige einer über Jahrhunderte verfolgten Volksgruppe wieder auf die eigenen Beine zu stellen, sich der Assimilation zu widersetzen und echte Integration zu fordern.
Stefan Horvath – „Zigeuner“ aus Oberwart
Eine filmische Hommage
von Peter Wagner / 2004 / 92 min
Stefan Horvath, Jahrgang 1949, lebt in der Roma-Siedlung in Oberwart. 1995 verlor er bei der Detonation der Oberwarter Rohrbombe unweit der Siedlung einen Sohn. Danach litt er an Schlafstörungen zu jener Nachtzeit, als die Detonation passierte, bis er eines Tages ein probates Mittel zur Überbrückung dieser Zeit fand: Er begann zu schreiben. Stefan Horvath will mit seinen Erzählungen den Roma seiner Heimat eine Erinnerung nachliefern, von der er glaubt, dass sie vielfach befreiende, wenn auch teilweise schmerzhafte Wirkung haben könnte.
Programm auf der Homepage der Roma Volkshaochschule Burgenland
