Es muss nicht immer Harp sein

stefl&karlin
Alexander und Wolfgang. © Martin Winzisch

Stefl & Karlin ■ Das Gitarren-Duo spielt Georg Danzers „Große Dinge“ Bei Alexander Karlin und Wolfgang Stefl funkte vor drei Jahren die Initialzündung, das 1995 erschienene Album „Große Dinge“ des Liederaten Georg Danzer gemeinsam auf die Bühne zu bringen – große (und gute) Dinge brauchen ihre Zeit, aber jetzt ist diese reif für die Premiere, wofür die Beiden das gemütliche Wohnzimmer im Casino Baumgarten gewählt haben.
Von BLONDPRODUCTION „Funky“ Renate Danninger

Alexander Karlin, ein charismatischer Saitenzauberer, der auch eine heftig pulsierende Rockader hat, was er unter anderem bei „Metternich“ heavy unter Beweis stellt, übernimmt den erzählerischen Part an der Gitarre und verstärkt mit seiner Stimme den Leadgesang von Wolfgang Stefl, der vice versa gitarristisch für Rhythmus sorgt und das Publikum mit seiner schönen, tiefen Singstimme beglückt, die unverschämt nahe am Danzer-Klang liegt.

Und bei manch Danzer’schem stimmlichen Höhenflug übernimmt Alex, dessen Stimme sich mühelos ganz nach oben schwingt. Zwei Gitarren stark und sonst nix – das macht Schurlis Songs ganz besonders intim.

Reinster Gefühlsgroove trifft mitten ins Wiener Herz und die einzigartigen Texte können direkt in die Gedankenwelt Einzug halten

Die Zeitlosigkeit und ewige Aktualität von Georg Danzers Liedguts ist auch damit bewiesen, dass sich die nächste Generation gerne dessen annimmt und verehrt und es so weiter getragen wird, wie schon bei alten Wiener Klassikern zuvor.

Wolfgang zeigt sich, mit sympathischem, breitem Grinsen, als smarter Moderator und gewährt private Einblicke in Danzers Kindheit und Leben.

Die scherzhafte Erläuterung zu „anplaggd“ – unplugged = nicht angesteckt = ohne Schnupfen – ist selbst für Experten ein neuer Denkansatz.

Dass Danzer viel und gerne gereist ist, wissen wohl alle, aber war er auch in China?

Alex war schon dort und überrascht weltgewandt mit exotischen Mandarin-Kenntnissen – na ja, wer von uns kann das schon überprüfen … Eine Melodika hat er auch mitgebracht, die er immer wieder äußerst sensibel zum Einsatz bringt und für Gänsehautschauer sorgt. Muss ja nicht immer die Harp sein!

Bei „Große Dinge“ haben auch Uli Bär und Gary Lux Texte beigetragen, was natürlich ebenfalls gewürdigt wird.

Zwei Lieder, die Danzer liebevoll für seine Kinder schrieb, zeigen den Gefühlsmenschen in all seiner Zärtlichkeit und Publikums Emotionen quellen über.

Es is guad, am Leben zu sein – Schurli, Du wirst uns immer fehlen, doch Du hast eine Musikpflanze wachsen lassen, die heute vom Nachwuchs gehegt und gepflegt wird, und somit bleibst Du doch mitten unter uns!

Die tosend geforderte Zugabe bringt noch Köstlichkeiten von anderen Platten und so darf – Obladi, Oblada – bei „I bin a Kniera“ nach Herzenslust mitgesungen werden und wenn zum Abschluss noch „Weiße Pferde“ durchs ’s Baumgarten Wohnzimmer galoppieren, sind alle endgültig beglückt und zufrieden gestellt.

Danke dem begabten Duo für die gelungene Wiederauferstehung eines ganz Großen!

’s Baumgarten Kultur Wohnzimmer

 

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