
Servus, Fritz Nussböck ■ Der Jahrzehnte-Wegbegleiter des UHUDLA „S’Lebm is hoat in Favoriten“ ist am 5. August im Alter von 73 Jahren verstorben.
Fritz wurde am 29. September 1951 in Mistelbach in Niederösterreich geboren und lebte seit 1953 in Wien Favoriten. Er führte bis zu seiner Penionierung sein Geschäft als leidenschaftlicher Uhrmacher im 10. Wiener Gemeindebezirk, quasi im ‚Herzen der Bronx‘.
Sein Beginn als Liedermacher geht zurück auf die Anfangstage des Folkclub Atlantis in den 1970er Jahren. Ab 1984 schrieb er erste Texte gemeinsam mit Sigi Maron. Dabei entstanden etliche Klassiker des Genres, wie „Trostlosstroßn”, „Es is net ollas ans obst a Göd host oder kans ”, „Liab Haimadland adee“ bis zum aberwitzig genialen „Staatswabblerbluus“.
Der Fritz und sein Habara Sigi Maron waren dicke Freunde, kommunistische Genossen, wortmächtig und musikalisch einzigartig und aussergewöhnlich. Auch ich habe ein halbes Jahrhundert eine innige Freundschaft zu beiden genossen. Jo und die „guatn Freind werden ständig weniger” wie es Fritz in seinem Abschiedslied besingt (Nina Maron: Mit der Zeit… Abschiedslied von Fritz).
Fritz und Sigi haben regelmäßig im UHUDLA Texte veröffentlicht und sind bei UHUDLA Festen musizierend und gut gelaunt auf der Bühne gestanden. Bei den Auftritten durfte Fritzens „Lebensmotto” eines echten Wieners: „Favoritn, i faloss di, I ziag noch Meidling ins Exüü”, nicht fehlen.
Fritz Nussböck schaffte Hymnen aus den Banlieus, seinem ‚Weana Homeground‘. Die Gegend um die “Trostlosstrossn”, das Trostviertel: Von Gott verlassen, von den Grünen verschont und Blues aus blutendem Herzen.
Max Wachter
Quasi eine Hommage für Fritz und Sigi in der UHUDLA Ausgabe 107 im Jahre 2017.
´s Lebm is hoat in Favorit´ und das UHUDLA 100er Fest mit Fritz und Sigi.
