Hawediere Karl Berger

© Karl Berger.

Max Wachter präsentiert ■ Ein Fest im Traditions-Café
G´schamster Diener.

Mitwirkende: Andreas Pittler Krimi, Rudolf Karazman Heimatkunde, Chris Peterka Musik, El Awadalla Dialekt, Karl Berger Zeichenware, Mario Lang Erlebnisreisen.

UHUDLA Dienstag
Am 28. April 2026
im G’schamsten Diener.
Stumpergasse 19, 1060 Wien.
Von 15 bis 23 Uhr, Eintritt frei – Spenden erwünscht.

Karl Bergers Name ist schon seit der Gründung und auch noch nach dreieinhalb Jahrzehnten mit dem UHUDLA verbunden. Immerhin sind Schriftzug und Logo der ältesten rebellischen Straßenzeitung Österreichs des UHUDLA das Werk des gelernten Graphikers und Absolventen der Höheren Graphischen Bundes-, Lehr- und Versuchsanstalt in Wien Penzing.

Berger Cartoons, Comic-Strips und Karikaturen zierten viele Seiten der 120 Ausgaben der Zeitschrift und viele Buchdeckel der UHUDLA edition.

Cartoonist Karl Berger – Zeichenware Der Gallier aus Austria
„Widerstand mit bunten Bildern”, eine UHUDLA Titelgeschichte der Ausgabe 111 im Jahr 2019


„Ich habe 1971 mit 18 Jahren angefangen Cartoons zu zeichnen und mich immer politisch engagiert. Die Zeichnungen waren anfangs vom Satiremagazin Pardon beeinflußt. Später bin ich der KPÖ beigetreten und habe bis zu meinem Austritt 1990 regelmäßig für die kommunistische Tageszeitung Volksstimme gezeichnet”, erinnert sich Karl Berger.

Politische Zeichnungen gegen die schwarz-blaue Regierung erregten vielerorts große Aufmerksamkeit

Seit 2017 veröffentliche Karl Berger Cartoons auf seiner Facebook-Seite. Damit erreicht der begnadete Zeichner mit spitzer Feder nur Facebook-User. Auf diesem Weg hat der malende Weltverbesserer eine ziemlich gute Kontrolle welche Zeichnungen bei seinem Publikum besser ankommen und welche weniger. Bezeichnend für politische österreichische Verhältnisse ist eine fehlende linke Wahlalternative. Berger sei Dank! wird diese gravierende Lücke wenigstens mit „linken” bunten und widerständigen Bildern gefüllt.

„Es war sehr schnell klar, dass Zeichnungen, die sich gegen die Regierung von Sebastian Kurz & Heinz Strache richten, wesentlich mehr geteilt und geliked wurden als andere. Das kommt auch meiner politischen Meinung entgegen, weil ich diese Regierung als asoziales, fremden-, frauen- und arbeiterfeindliches Übel empfinde. So wurden die regierungskritischen Cartoons mein Arbeitsschwerpunkt, beziehungsweise mein Hobby, denn seit Anfang 2018 bin ich Rentner”, so umreißt der gelernte Graphiker seine vielseitige und umfangreiche Tätigkeit.

„Wir leben in einer Welt der extremen Arbeitsteilung. Im kleinsten Produkt, steckt die Arbeit unzähliger Menschen, die an der Entwicklung, der Produktion, der Verpackung, dem Transport, dem Verkauf beteiligt sind. Dieser globalen Kooperation, diesem gemeinschaftlichen Erarbeiten der gesellschaftlichen Werte, steht der Privatbesitz an Produktionsmitteln gegenüber, der zu einem mörderischen Konkurrenzkampf führt und zur Konzentration des gesellschaftlichen Reichtums bei einer winzigen Minderheit”, analysiert der engagierte „Strichmandlzeichner das Weltgeschenen.

Vieles, was in manchen Fällen schnell zu sagen und zu zeichnen wäre, könnte strafbare Folgen haben

Karl Bergers Denkweise ist dialektisch. Logischerweise schlußfolgert der kreative Zeichenwarenhersteller von widerständigen Bildern: ”Dieses Wirtschaftssystem hat eine äußerst aggressive Phase erreicht. Den globalen Kapitalismus, der längst zum Hindernis einer gedeihlichen menschlichen Entwicklung geworden ist, diesen absurden Antagonismus müssen wir überwinden. Nur dann werden wir unsere gesellschaftlichen Probleme lösen können”. Es kommt nicht darauf an, die Welt zu verstehen, sondern sie durch aktives Handeln zu verändern.

Karl Berger ist nicht nur ein guter Cartoonist, dem nicht alles Wurscht ist. Er ist ein engagierter politischer Kämpfer für eine bessere Welt und besonders für soziale Gerechtigkeit. „Oft denke ich, ich sollte schneller mit einer Zeichnung reagieren, aktueller sein. Zum Beispiel zu Sebastian Kurzens niederträchtigem Bashing der BezieherInnen von Mindestsicherung, und seine noch fiesere Verteidigung dieses Bashing. Aber: so einen kalten, glatten Zynismus habe ich in den 50 Jahren, in denen ich Politik beobachte und erleide, noch nie erlebt”.

Als Draufgabe die Begründung des Bergerischen Urteils: „Vieles was ich dazu schnell sagen und zeichnen könnte, wäre strafbar. Diese von Sebastian Kurz mit Unschuldsmiene vorgetragene Perfidie, die in scheinbar nichtssagenden Sätzen nachtritt, dieser scheinbar rechtfertigende Erklärungsversuch, der noch eins drauflegt, und bei dem noch mitschwingt, dass er selbst böswillig mißverstanden worden sei, also auf durchaus elegantere Weise als seine „Mimimi“-Kollegen von der FPÖ, gleichzeitig Opfer und souveräner Angreifer sein kann, das ist schon große Kunst. Die Kunst der Verhetzung, der Manipulation, der Gefühlskälte und des Auseinanderdividierens, bei gleichzeitiger Selbstüberhöhung. So etwas gilt wohl als „großes politisches Talent“.

Was zeichnet Karl Berger zu Sebastian Kurz Sagers: „Wir haben gesehen, dass diese Politik 2015, diese angebliche Seenotrettung nicht dazu geführt hat, dass weniger Menschen ertrunken sind, sondern sie hat dazu geführt, dass mehr Menschen dadurch ertrunken sind. Man soll die Menschen nicht anlocken, damit sie sich in diese gefährliche Situation bringen”. Und ein Wastl Kurz Wahlkampagne-Propaganda-Slogan: „Immer wieder, immer wieder Tal Silberstein geht auch noch.

Eineinhalb Jahre lang hat der in Wien lebende Cartoonist Karl Berger die autoritär-konservative Wende in Österreich zeichnerisch begleitet. Dann war die Kurz Ära zu Ende. Rücktritt des Vizekanzlers nach unfreiwilligem Ibiza-Outing, parlamentarisches Misstrauen gegen Kurz und Konsorten.

„Kurzschluss”, würdigt den Erfolg einer spitzfindig gezeichneten Bilderserie österreichischer Politik

Gegen die Vergänglichkeit hat der Promedia Verlag Karl Berger Cartoons in Form eines 88seitigen Zeichenhefts erscheinen lassen. Die abgedruckten Bilder haben die wirren Zeiten überlebt. Sie erzählen von einem gnadenlosen Experiment an der lebenden Gesellschaft, von der Einführung des 12-Stunden-Arbeitstages mit Ausbauplänen auf 60-Stunden-Woche, dem Gesetz zur Kleiderordnung für unsere Kleinsten (wenn sie Mädchen und muslimisch sind), der verdeckt geführten Schlacht um Österreichs Geheimdienst bis zum Generalangriff der schwarz-blauen Rechtsregierung auf das öffentliche Gesundheitswesen.
„Kurzschluss” bringt nach dem Ende des Kurz/Strache Wahnsinns eine Auswahl der besten Cartoons des bekannten Zeichners.

Zum Schluss sei noch erwähnt, dass Karl Berger ein eindeutiger Gegner rechter Politik ist. „Wenn die SPÖ in Opposition ist, gibt es auch da eine Teilübereinstimmung für meine bildnerischen gezeichneten Kunst. Das trifft aber auf die Grünen, die KPÖ, die Liste Jetzt oder Arbeiterkammern und Gewerkschaften genauso zu”, erklärt der Zeichner seine Bereitschaft für wen er Auftragsarbeiten übernehmen würde.

Zum Nachlesen die vollständige Titelstory „Der Gallier von Austria” über Karl Berger in der UHUDLA Ausgabe 111 erschienen 2019. Seite 4 und 5.
Karl Berger im Internetz
Cartoons von Karl Berger auf Facebook

Hawediere 35-Jahre UHUDLA
das Fest 28. 4. 2026 G’schamster Diener
Hawediere El Awadalla,
Dialektautorin
Hawediere Rudolf Karazman, Heimatdichter & Musikant
Hawediere Mario Lang, GeschichtenErzähler mit Musi
Hawediere Chris Peterka, Musikant & Meidlinger Lyrik
Hawediere Andreas Pittler, Krimi Autor der Historie
Hawediere UHUDLA, die Straßenzeitung
Hawediere G’schamster Diener, das Lokal

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7 Gedanken zu “Hawediere Karl Berger

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