Ab durch die Mitte

Michael Wögerer: Kälte ist kein Drama mit einem gestrickten Fell vom Lama.

Lateinamerika Reiseblog Mit Michael Miguel Wögerer und seinen Berichten veröffentlicht auf alerta.media durch die Neue Welt. Wer denkt, Abenteuer seien gefährlich, sollte es mal mit Routine versuchen: Die ist tödlich.

Mit alerta.media durch die Neue Welt

Nach Bolivien/Peru und dem ersten interamerikanischen Flug (Lima > Bogotá) geht´s auf in die Karibik.

Die Zeit rinnt und es ist nun auch schon eine Weile her, seit ich diesen Reiseblog befüllt habe. Bitte verzeiht, aber das Erleben war mir wichtiger, als darüber zu schreiben.

Den Jahreswechsel habe ich im wunderschönen Sucre verbracht. Die konstitutionelle Hauptstadt Boliviens feierte zeitgleich das Bicentenario, also 200 Jahre Unabhängigkeitserklärung (6. August 1825). Anschließend ging´s weiter über Cochabamba nach La Paz, die mit einer Höhenlage von 3.200 bis 4.100 m (inkl. El Alto) höchstgelegene Regierungshauptstadt der Welt. Von der berühmt, berüchtigten Höhenkrankheit (Soroche) blieb ich zum Glück verschont, allerdings machte mir Nässe und Kälte etwas zu schaffen. Aber dafür gibt´s im Land der Alpakas/Lamas gut entwickelte Lösungen.

Letzte Station in Bolivien war Copacabana am Titicaca-See, von dort aus ging es über die Grenze nach Puno (Peru), wo ich Mitte Jänner bei einem tollen Titicaca-Bootsausflug die schwimmenden Inseln der Uros (Las islas flotantes de los Uros) und die von Indigenen bewohnte Insel Taquile (Quechua: Intika) besuchen konnte.

Auf der „Ruta del Sol“ brachte mich Inka Express mit spannenden Zwischenstationen von Puno nach Cusco, die einstige Hauptstadt des Inkareichs. Höhepunkt dieser Tage war zweifellos der Tagesausflug nach Machu Picchu.
Genug von der Höhenluft und vom feuchtkühlen Wetter machte ich mich schließlich auf den Weg in die peruanische Hauptstadt Lima – mit Zwischenstationen in Abancay und Ayacucho und atemberaubenden Busfahrten durch und über die Anden.
Im Ballungsraum von Lima leben rund 11 Millionen Einwohner, sie ist die mit Abstand größte Metropole Perus. Die wunderschöne Altstadt wurde 1991 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Mein Hotel befand sich in Miraflores, zusammen mit San Isidro einer der reichsten Stadtteile Limas – inklusive Shoppingmeilen, Ausgehviertel (z.B. Paseo San Ramón oder Calle de las Pizzas) und Blick aufs Meer:

Es ist Ende Jänner und laut ursprünglichem Reiseplan „sollte“ ich bereits in Mittelamerika sein. Um mein Ziel (1. Mai in Kuba) zu erreichen, muss ich nun Entscheidungen treffen. Aus mehreren Gründen (Sicherheit, Zeit,…) entschließe ich mich dazu Ecuador und Venezuela auszulassen – eine zweite Lateinamerikareise wird wohl irgendwann notwendig sein.

Über den Wolken

2.900 Kilometer mit dem Bus wären mehr als 50 Stunden reine Fahrzeit. Um einen zeitlichen und örtlichen Sprung nach Vorne zu machen, stand deshalb am Mittwoch (29.1.) mein erster interamerikanische Flug am Programm. In rund 3 Stunden ging´s sicher und bequem von Lima nach Bogotá – der Hauptstadt Kolumbiens.
Gleich am zweiten Tag traf ich dort mit meinem Journalistenkollegen Zabier Hernández von der Wochenzeitung VOZ zusammen:
Morgen (2.2.) in der Früh geht´s ab durch die Mitte Kolumbiens. Erste Station: Medellín, die „Stadt des ewigen Frühlings“, wo ich ein paar Tage verbringen werde. Danach freue ich mich auf Entspannung in der Karibik bei 30 Grad im Schatten (Montería, Cartagena, Santa Marta, Taganga,…).

Kaum zu glauben, was in den letzten fünf Monaten passiert ist – unfassbar, was nicht eingetreten ist

Seit dem 4. September 2024 bin ich auf Reisen und seither ist unglaublich viel passiert:

  • Von Lissabon bis São Paulo und von Lima bis Bogotá habe ich insgesamt 9.832 Flugkilometer zurückgelegt.
  • Seit dem 11. September bin ich mit dem Bus durch sechs lateinamerikanische Länder gereist (Brasilien, Uruguay, Argentinien, Chile, Bolivien, Peru), das siebente Land (Kolumbien) entdecke ich gerade.
  • Bisher habe ich über 40 Städte (darunter Metropolen wie Rio de Janeiro, Montevideo, Buenos Aires, Santiago de Chile, La Paz, Lima, Bogotá) kennengelernt, hunderte Gespräche geführt und manche Freunde gewonnen.
  • Bin in dieser Zeit auf Berge gestiegen, habe Schiffstouren unternommen und bin unzählige Kilometer durch Stadt und Land gewandert.
  • Hab getanzt, war betrunken und leichtsinnig, wurde bestohlen und hab mich wieder aufgerappelt.
  • Manchmal war ich kränklich, meistens pumperlgsund; manchmal traurig, dann wieder quietschfidel.
  • Hatte tausende Begegnungen, tausende Erlebnisse – und zwei Mal war ich ein bisschen verliebt.

Aber was mir bisher kein einziges Mal passiert ist – und das ist ein wahres Kunststück in den Straßen Lateinamerikas -, ich bin noch nie in Hundescheiße getreten.

Die Reise von Michael Wögerer im Überblick.

 

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