
PCP – Aufruf zum Kampf ■ Die Gefahren, die der Kapitalismus heraufbeschwört. Drei beispielhafte Ereignisse.
Albano Nunes Avante!, Nr. 2 .647 vom 22. August 2024 übersetzt von Bruno
Wir leben in einer Zeit, in der internationale Ereignisse in einem atemberaubenden Tempo aufeinanderfolgen, sodass es nicht gerade einfach ist, sie zu verfolgen, geschweige denn sie einzuschätzen.
Um dies alles noch zu verschlimmern, wird man mit einer Flut von Informationen übersät, die dann auch noch ausgewählt, bearbeitet und kommentiert serviert werden, nur um die große Masse des Volkes zu verwirren und das herrschende Einheitsdenken aufzustülpen.
Währenddessen treten die Hintergründe für diese komplexe und turbulente Situation immer deutlicher zutage (was im Übrigen die Analysen der portugiesischen kommunistischen Partei PCP bestätigen), nämlich, dass sich die strukturelle Krise des Kapitalismus verschärft, dass ein Prozess der Neuordnung der weltweiten Kräfte stattfindet, welcher zu Ungunsten der Hegemonie des Kapitalismus verläuft, dass der Kampf der Arbeiter und des Volkes weitergeführt werden muss.
Hierbei spitzt sich der Klassenkampf immer weiter zu, indem die reaktionärsten und agressivsten Kräfte der herrschenden Klasse immer mehr auf Faschismus und Krieg setzen, um ihrem unvermeidlichen Niedergang etwas entgegensetzen zu können.
Drei jüngste Ereignisse sind beispielhaft für die Gefahren, die der Kapitalismus für die Menschheit heraufbeschwört:
Erstens: der von den USA angekündigte Verkauf von Waffen im Wert von 20 Milliarden Dollar an Israel. Nicht, dass dies etwas Neues wäre, nein, die politische Bedeutung ist entscheidend. Zum Zeitpunkt, wo sich die USA ins Zeug legen, um von sich das Bild vorzugaukeln, dass sie beschwichtigend auf die explosive Situation im Nahen Osten einwirken wollen, stellt dieser Verkauf eine makabere Bestätigung der unverbrüchlichen Unterstützung der zionistischen Regierung Israels dar und bedeutet eine tätliche Mithilfe beim Genozid, den Israel gegen das palästinensische Volk vollführt. Zudem legt er ein dem Monopolkapitalismus innewohnendes angsteinflößendes Merkmal bloß, bei ihm handelt es sich nämlich um ein sich im Niedergang befindliches System, das sich nur noch durch die Militarisierung der Wirtschaft aufrechterhalten kann. Dies, und nicht eine herbeiphantasierte „Achse des Bösen”, ist die Wurzel des Übels der Konfrontationstrategie, die vom nordamerikanischen Imperialismus, der NATO und der EU gefahren wird. Dabei wird ganz offen auf die Kriegswirtschaft als antreibender Faktor der Wirtschaft insgesamt gesetzt.
Zweitens: betrifft Japan, wo die Zeitung Público am 15.08.2024 zum angekündigten Rücktritt des Premierministers Fumio Kishida schreibt: „Kishida hat die größte militärische Aufrüstung seit dem Zweiten Weltkrieg angekündigt und sich verpflichtet, die Verteidigungsausgaben zu verdoppeln, um zu verhindern, dass China seine Gebietsansprüche im Fernen Osten weiterverfolgt.“ Für ein Land, das China überfallen hat und dort (ebenso wie in Korea und anderen asiatischen Ländern) ungeheuerliche Verbrechen begangen hat, deren Täter das Regime weiterhin mit dem „Heiligtum“ des Yasukuni-Schreins verehrt, kann man sich kaum eine größere Unverfrorenheit vorstellen.
Drittens und letztens: die Nachrichten über X (ehemals Twitter), ein Internet-Dienst, der nicht nur ein mächtiges Instrument zur Verbreitung der herrschenden Ideologie ist, sondern auch eine Plattform zur Unterstützung von Rassismus und der Extremen Rechten. Was ans Tageslicht kommt über das politische Engagement eines Elon Musk – sei es bei der militanten Unterstützung von Donald Trump und der nordamerikanischen Extremen Rechten sowie des Faschisten Milei, sei es bei den Umsturzbemühungen in Venezuela oder dem Anstacheln der anti-rassistischen Unruhen in Großbritannien – ist nur die Spitze des Eisbergs in Anbetracht der Bedrohung, die von der Macht der großen Technologieunternehmen ausgeht.
Dies sind nur drei von unzähligen Auswüchsen der aggressiven und ausbeuterischen Natur des Imperialismus, den man immerzu an den Pranger stellen und mit allen Mitteln bekämpfen muss.
Die portugiesische kommunistische Partei PCP weiß nur zu gut, wie schwer es ist, dem herrschenden „Einheitsdenken“ zu widersprechen und ohne Unterlass für die Wahrheit zu kämpfen. Sie wird aber den Aufruf zum Kampf nicht ungehört verhallen lassen.
Bruno ist Aktivist der Linken Deutschsprachigen Freunde Lagos LDFL. Er hat den portugiesischen Avante-Text übersetzt.
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