
II. Zeitungsdokument ■ Die Heidelbeeren und die fürstlich Esterhazyschen Forstverwaltung
Aus der Zeitung „Der Tag“ vom 12. Juli 1923
Seit das Burgenland an Österreich gekommen ist, treiben die magjarophilen Gutsbeamten der Esterhazyschen Güter eine kleinliche und grausame Hetze gegen die Heanzen, die sich natürlich auch wehren wenn es ihnen zu bunt wird.
Das hat vergangenen Sonntag in Piringsdorf, Bezirk Oberpullendorf, Burgenland zu einem blutigen Vorfall geführt.
Im Walde tat gerade der Rohling Förster Josef Györki Dienst. Die fürstl. Esterhazysche Forstverwaltung hatte bekanntgegeben, daß in diesem Frühjahr das Sammeln von Waldbeeren nur gegen Entrichtung einer Gebühr von 30.000 Kronen gestattet sei. Sonntag – es ist Heidelbeerzeit – gingen einige Frauen und Kinder aus Piringsdorf in den Wald Beeren sammeln, natürlich ohne die 30.000 Kronen bezahlt zu haben.
Er ist ein bekannter Raufbold, der beim Bezirks Gericht
schon ein dutzendmal wegen mehr oder minder schwerer Körperbeschädigung angezeigt ist. Dieser Rohling machte sich ein Vergnügen daraus, die Beerensuchenden mit schussbereitem Gewehr aus dem Wald vor sich hin in das Dorf zu treiben. Beim Dorfeingang begegnete der Bauer Anton Schlögl, der eben beim Brunnen Wasser holen wollte, dem seltsamen Trupp. Er hielt dem Forstwart seine Grausamkeit vor, doch der drückte ohne zu antworten los und mit durchschossenem Herzen sank Schlögl tot zu Boden.
Bald war das ganze Dorf auf den Beinen darunter die beiden Söhne und die zwei Schwäger des ermordeten Schlögl. Györki begann etwas zu ahnen und lief davon, das ganze Dorf mit
Prügeln und Steinen bewaffnet, ihm nach. Einige Minuten danach war Györki nur noch eine unkenntliche Leiche.
Die Erhebungen wurden eingeleitet.
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[…] zeitgeschichtlichen Dokument über die Hintergründe des Romanhefts „Gerächt bis in den Tod”. „Mord und Lynchjustiz in Piringsdorf” war am 12. Juli 1923 in der Publikation „Der Tag” zu […]