
Proteste in Portugal ■ Demoaufruf der Gruppe Porta a Porta – Casa para todos (Wohnung für alle) [Demo in 19 Städten, u.a. in Lagos].
[Ist es zuviel verlangt, eine Wohnung zu haben, zu Preisen, die man bezahlen kann?]
Nein, das ist es nicht! Das fordern wir heute!
Das war es auch, was uns am 1. April 2023 in acht Städten auf die Straße gebracht hatte. Die nachdrückliche Forderung und der öffentliche Druck führten dazu, dass wir erreicht haben, dass die Regierung ein Programm +Habitação (mehr Wohnraum) aufgelegt hat, das allerdings wenig oder gar nichts änderte.
Am 30. September 2023 sind wir erneut in 24 Städten auf die Straße gegangen! Dadurch haben wir erreicht, dass in der Folge dieser Demonstrationen einige Maßnahmen ergriffen wurden: eine Ausweitung der staatlichen Unterstützung der Mieten, staatliche Unterstützung bei den Hypothekenkrediten und das Ende der goldenen Visa (Visto Gold). Allerdings immer jenseits dessen, was nötig und möglich ist.
Realität ist, dass im Jahr 2024 die Wohnungspreise weiter steigen, die Mietverträge immer eine kürzere Laufzeit haben, den Mietern jeglicher Schutz verwehrt wird und die Zwangsräumungen sich vervielfachen. Während wir noch darüber grübeln, ob wir die monatlichen Tilgungen für unsere Wohnung bezahlen oder am Essen sparen, streichen die Banken historische Gewinne ein und die Europäische Zentralbank weigert sich, augenblicklich die Zinsen zu senken.
Wohnungen sind dazu da, darin zu leben und nicht um damit zu spekulieren! Deswegen müssen wir weiter raus auf die Straßen!
Die Regierung ist zurückgetreten und es gibt Neuwahlen am 10. März. Aber das Recht auf Wohnraum; das Recht eine Wohnung zu haben, in der man in Würde leben kann und zwar zu Preisen, die wir uns mit unserem Einkommen leisten können, darauf können wir nicht länger warten. Jetzt ist die Zeit gekommen, um mit größerem Nachdruck auf die Straße zu gehen!
Wir können es uns nicht erlauben, dass im Jahr, in dem sich unsere Revolution des 25. Aprils zum fünfzigsten Mal jährt, das Recht auf Wohnraum weiterhin unser tagtäglicher Alptraum bleibt und auf der anderen Seite einige Wenige hohe Gewinne einstreichen. Nein, so geht es nicht! Die Verfassung muss eingehalten werden!
Jetzt ist es an der Zeit zu handeln und eine Umkehr der Verhältnisse, die uns heute auf die Straße bringen, zu fordern. Wir wollen eine Lösung, die denjenigen, die in Portugal arbeiten und leben, tatsächlich eine „Wohnung zum Leben“ bietet!
Wir fordern Lösungen:
- Absenken der Raten für die Wohnungskredite. Die Banken sollen mit ihren Gewinnen für das Steigen der Zinssätze aufkommen;
- Absenken und Festsetzung der Mieten sowie Verlängerung der Laufzeiten der Mietverträge;
- Ende von Zwangsräumungen, Leerständen und Wohnraumvernichtung ohne eine würdige Wohnalternative zu bieten;
- Überprüfung der Lizenzen für Wohnraumvermietung zu touristischen Zwecken;
- Ein für alle Mal Schlussmachen mit dem Sonderstatus des außerordentlichen (steuerlichen) Wohnsitzes in Portugal sowie mit den Anreizen für Digitalnomaden und mit den steuerlichen Befreiungen für Luxuswohnraum und für Immobilienfonds;
- Vermietung von leerstehendem Wohnraum und Schaffung von mehr öffentlichem Wohnraum.
Schließ dich uns an! Geh am 27. Januar mit uns auf die Straße,
schließ dich unserer Bewegung an und lass deine Stimme hören!
Fördere die Arbeit von Porta a Porta – Casa para Todos und schliess dich uns an:
https://linktr.ee/portaaportadh und https://instagram.com/portaaportadh
Bruno ist Aktivist der Linken Deutschsprachigen Freunde Lagos LDFL. Er hat den portugiesischen Textes des Demo-Aufruf übersetzt.
