„Lockdown 2020” – Die Welt im Umbruch

© Promedia Verlag

Heftige gesellschaftliche Veränderung Corona bestimmt seit März 2020 unser Leben und sorgt bei vielen für Verunsicherung und Ungewissheit. Das Buch „Lockdown” setzt sich mit Hintergründen und Konsequenzen der Virus-Maßnahmen auseinander.

Wir sind mitten drin im Lockdown Nummer 2. Schon der erste hat folgenschwere Auswirkungen. Thema eines bemerkenswerten Buches aus dem Promedia-Verlag, Zur Sprache kommt die unheilvolle Verknüpfung von Stress, Umweltverschmutzung und Massentierhaltung, die eine Verbreitung von Viren begünstigt.

In dem Buch haben Hannes Hofbauer und Stefan Kraft 20 informative Texte von 18 namhaften, mutigen Stimmen in den vier Kapiteln „Der Nährboden für die Pandemie“, „Sozioökonomische Folgen“, „Staatliche Zwangsmaßnahmen und die Rolle der Medien“ sowie „Der neue Umgang“ versammelt.

Die AutorInnen des Buches „Lockdown”

Mit Texten von Ulrike Baureithel, Matthias Burchardt, Chuang-Blog, Rolf Gössner, Bernhard Heinzlmaier, Joachim Hirsch, Hannes Hofbauer, Andrej Hunko, Andrea Komlosy, Stefan Kraft, Jochen Krautz, Armando Mattioli, Alfred J. Noll, Peter Nowak, Walter van Rossum, Roland Rottenfußer, Gerhard Ruiss, Nicole Selmer, Andreas Sönnichsen und Valentin Widmann.

Den beiden Herausgeber Hannes Hofbauer und Stefan Kraft ist es wichtig, Leserinnen und Lesern eine Orientierungshilfe zu bieten, um Ausgang und Zusammenhänge der Pandemie und dadurch bedingte Gesellschaftsveränderungen besser verstehen zu können. Dabei muss man nicht mit allem d’accord sein, was man auf den 280 Seiten über den „Lockdown” so alles erfährt. Viel mehr regen die unterschiedlichen Blickwinkel dazu an, die Krise zu hinterfragen und sich klar darüber zu werden, dass Gesundheit und Grundrecht genauso miteinander vereinbar sein müssen wie soziale Gerechtigkeit und politische Freiheit.

Breiten Raum nimmt in dem Buch-Band auch die Umgestaltung sozialer Beziehungen und Arbeitsverhältnisse ein. Zudem würden weitere Ungleichheiten in Bildung und Geschlechterverhältnissen zutage treten. Die vermehrte Anwendung von „Künstlicher Intelligenz“ kündige ein kybernetisches Zeitalter an.

Ausgangssperren, Schul- und Geschäftsschließungen, Aufhebung der Versammlungs- und Bewegungsfreiheit, dicht gemachte Grenzen und der damit verbundene staatliche Zwang veränderten innerhalb weniger Wochen die Welt. Das Jahr 2020 bringt die heftigsten gesellschaftlichen Einschnitte seit dem Zweiten Weltkrieg. Argumentierten die meisten Regierungen ihre in Windeseile verfügten Maßnahmen mit der Seuchenbekämpfung, so traf das Corona-Virus vor allem Länder, deren Gesundheitssysteme durch das kapitalistische System ausgehöhlt waren.

Eine tiefe Rezession, massenhafte Arbeitslosigkeit und schwere soziale Verwerfungen sind die Folgen des Lockdown 2020.

Als noch gravierender entpuppen sich die politischen Handlungen: Ohne offene Debatte setzte man Notverordnungen durch, wurden Grundrechte beiseite geschoben, geriet der Ausnahmezustand zur neuen Normalität. Gründe genug für die zwei Wiener Verleger Hannes Hofbauer und Stefan Kraft, kritische Stimmen in einem Buch zu versammeln, das sich mit den Hintergründen und Folgen der Virus-Maßnahmen auseinandersetzt.
Dabei wird u.a. der Frage nachgegangen, ob die scharfen Einschnitte im öffentlichen Leben medizinisch gerechtfertigt waren. Zur Sprache kommt auch die Verknüpfung von Stress, Umweltverschmutzung und Massentierhaltung, die eine Verbreitung von Viren begünstigt.

Globale Güterketten und die viel beschworene Mobilität der Besserverdienenden erscheinen durch die weltweite Verbreitung des Virus in einem neuen Licht. Gleichzeitig gewinnt das chinesische Modell des staatlich gelenkten Kapitalismus mit seinen Überwachungsmethoden und Kontrollmechanismen an Attraktivität. Abschließend geht das Buch auf die Umgestaltung sozialer Beziehungen und Arbeitsverhältnisse, auf neue Ungleichheiten in Bildung und Geschlechterverhältnissen und die vermehrte Anwendung von „Künstlicher Intelligenz“ ein, Faktoren, die ein kybernetisches Zeitalter ankündigen.

Hofbauer, Hannes / Kraft, Stefan (Hg.):
Lockdown 2020.

Wie ein Virus dazu benutzt wird, die Gesellschaft zu verändern
© Promedia 2020.
280 S. 14,8 x 21. brosch.
Print: Preis 19,90 Euro ISBN: 978-3-85371-473-7.
E-Book: Preis 15,99 Ero ISBN: 978-3-85371-881-0.

Die Herausgeber
Hannes Hofbauer, geboren 1955 in Wien, studierte Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Publizist und Verleger. Im Promedia Verlag ist von ihm u.a. erschienen: „Diktatur des Kapitals. Souveränitätsverlust im postdemokratischen Zeitalter“ (2. Auflage 2015).
Stefan Kraft, geboren 1975 in Wien, ist Verleger und Publizist in Wien. Von ihm erschien im Promedia Verlag „Rosa Luxemburg“ (2005, gemeinsam mit Fritz Keller) und „Der junge Marx“ (2007, gemeinsam mit Karl Reitter)

UHUDLA-Tipp

Wie ein Virus dazu benutzt wird, die Gesellschaft zu verändern“, so lautet der Untertitel des Buches Lockdown 2020, das wir als die zwei Verleger von Promedia, der Aktualität des Themas geschuldet, herausgegeben haben. Nicht zuletzt zur Frage der Verhältnismäßigkeit einschneidendster Maßnahmen wollten wir am 23. November 2020 um 19 Uhr in der Wiener Hauptbücherei eine Podiumsdiskussion abhalten. Dafür hatten zugesagt:
*) Peter Hacker (Wiener Stadtrat für Soziales, Gesundheit und Sport)
*) Andrea Komlosy (Historikerin, Universität Wien)
*) Alfred J. Noll (Rechtsanwalt)
*) Andreas Sönnichsen (Zentrum für Public Health, Medizinische Universität Wien).
Trotz intensiver Bemühungen, die Debatte virtuell führen zu können, ist dies letztlich gescheitert.

Deshalb haben wir uns entschlossen, eine kurze, 40-minütige  Präsentation des Buches via “zoom” zu veranstalten. Gerne können Sie sich dazu am 23.11. um 19 Uhr einloggen unter: https://zoom.us/j/93147716902?pwd=R2VmQUJNZURJY1NhOTZnYlJSMXY4dz09

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