Give peace a chance

© Bruno, Palästina Solidarität 8. Dezember 2023 Lisboa.

Metamorphosen Schon John Lennon hat in seinem Song Working Class Hero gesungen: „Sie erzählen dir ständig, dass es noch genügend Platz bei den Oberen gibt, aber zuerst musst du lernen zu lächeln, wenn du tötest.“

Kommentar Jorge Cadima Avante!, Nr. 2614 vom 4. Januar 2024 übersetzt von Bruno

Das Gemetzel am palästinensischen Volk zeigt nicht nur das wahre Gesicht des Zionismus, sondern auch das seines Paten, des nordamerikanischen Imperialismus. Ebenso wie das der EU. 

Fast vier Prozent der Bevölkerung des Gazastreifens ist tot, verletzt oder verschüttet unter den Trümmern der von Israel zerbombten Gebäude, ganze Stadtviertel sind dem Erdboden gleichgemacht.

Weder US-Präsident Biden noch EU-Chefin von der Leyen sind in der Lage, auch nur das einfache Wort „Feuerpause“ auszusprechen. Oder die Worte „wir verurteilen“. Ganz im Gegenteil. Sonst sind sie doch immer so beflissen, zu verurteilen, zu sanktionieren, anzugreifen und bei denen einzufallen, die es wagen, sich ihnen entgegenzustellen. Jetzt liefern sie Waffen an Israel und rechtfertigen dessen Massaker.

Palästina zeigt, dass der Imperialismus sich nicht geändert hat. Die Anwendung brutalster Gewalt hat bei dessen Versuch, der Beherrschung der ganzen Welt, schon immer eine zentrale Rolle gespielt. Das muss man sich immer vor Augen halten, da es in den letzten Jahrzehnten Kräfte gab, die sich links und progressiv nannten, und versuchten, uns davon zu überzeugen, dass die imperialistischen Mächte inzwischen zum Hort von Tugenden und demokratischen Werten geworden sind. Auch, dass imperialistische Kriege nicht zu verneinen und zu verurteilen sind.

Sie verwendeten „demokratische“, „humanitäre“, „linke“ Argumente und fielen ein in den Chor der Lügen der im Dienst des Imperialismus stehenden Medien.

Sie halfen dabei, dem Imperialismus den Weg zu ebnen. Und diejenigen, die den wahren Charakter des Imperialismus an den Pranger stellten, wurden von ihnen als „Nestbeschmutzer“, als „törichte Anti-Imperialisten“ oder noch schlimmerer Dinge gebrandmarkt.

Der Imperialismus ändert sich nie

Es lohnt sich zu fragen, wann die für die Kolonisierung des Planeten sowie für die fürchterlichen Verbrechen von Hiroschima, Vietnam, Algerien und in vielen anderen Ländern verantwortlichen Mächte – sowie die dahinterstehenden Klassen und wirtschaftlichen Interessen – sich in ihrem Wesen geändert haben sollten? Oder sollte es sich etwa um ein anderes Recycling handeln?

In den 1980er-Jahren entstand in Westdeutschland eine neue Partei, die Grünen, deren Anliegen der Kampf gegen den Militarismus war, sie protestierte gegen die Stationierung US-amerikanischer Mittelstreckenwaffen in Europa und gegen die Atomkraft. 1999 gelang sie mit dem Außenminister Joschka Fischer an die Macht. Sogleich eröffnete sie der Rückkehr des Krieges nach Europa den Weg, indem sie den Angriffskrieg der NATO gegen Jugoslawien unterstützte und der unaufhaltsamen Ausweitung der NATO gen Osten zustimmte. Heute sind sie die militaristischste Partei in Deutschland und größten Fürsprecher einer diktatorischen Weltherrschaft der USA.

Heutzutage verdient Fischer seinen Lebensunterhalt als „Berater und Lobbyist“ und spricht sich in einem Interview mit der Online-Ausgabe der Zeitschrift Die Zeit dafür aus, dass die EU mit Atomwaffen ausgestattet wird (spiegel.de vom 3.12.2023). Von dem „Atomkraft, nein danke“ (im Original auf Deutsch) der 80er-Jahre ist man umgeschwenkt auf „Atomkrieg, ja bitte“ (im Original auf Deutsch).

Aber die Schuld dafür, sagt der Kriegs- und NATO-Befürworter, trägt Putin. Da Deutschland im Augenblick weltweit das Land ist, das am wildesten die Solidarität mit dem palästinensischen Volk verfolgt und unterdrückt, stellt sich die Frage, ob dies auch die Schuld von Putin ist? Fischer sagt dazu:

„Es soll kein Zweifel daran aufkommen, dass wir den Staat Israel bedingungslos unterstützen“. Die Liebe zum Militarismus Fischers beschränkt sich nicht nur auf Atomwaffen. Er tritt auch dafür ein, dass die Regierung in konventionelle Rüstung investiert, das sei aber nicht möglich, wenn „Schuldengrenze und ausgeglichene Haushalte“ gelten.

Erinnern sie sich an die Troika und an das „es ist kein Geld vorhanden“? Jetzt gibt es reichlich. Wenn es für den Krieg bestimmt ist. Und wenn es dazu dient, die lukrativen Karrieren derjenigen zu finanzieren, die für ihn eintreten, ganz egal, welcher Partei sie angehören.

Zum Beitragsfoto oben:  Jürgen Zeiher, Aktivist der Linken Deutschsprachigen Freunde Lagos LDFL hat es bei einer solidarischen Kundgebung für das palästinensische Volk in Lisboa gemacht. Am 8. Dezember 2023 nahmen tausende Menschen an der Friedensdemonstration am Ufer des Tejo teil.

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