
Präsidentschaftswahlen 2026 ■ Wenn mich vor zwei Jahren jemand gefragt hätte, wer der nächste Präsident von Portugal sein würde, hätte ich, ohne zu zögern, geantwortet António Costa.
Eine Analyse von Bruno über Portugiesische Verhältnisse
Die Dinge haben einen anderen Lauf genommen. Nachdem Costa am 7. November 2023 als Regierungschef unter ziemlich dubiosen Umständen, eigentlich unter völlig unhaltbaren Vorwürfen, zurückgetreten war, war für mich klar, dass er Staatspräsident werden will.
Doch scheinbar habe ich seinen persönlichen politischen Ehrgeiz unterschätzt; anstatt einer gemütlichen portugiesischen Präsidentschaft entgegenzusehen (er wäre mit ziemlicher Sicherheit wohl im ersten Wahlgang gewählt worden), hat er sich dafür entschieden, auf der internationalen Bühne als Präsident des Europäischen Rates mitzuspielen.
Sicherlich ein nervenaufreibenderer und stressigerer Job für Antonio Costa
Damit standen die Portugiesen nun vor dem Problem, einen anderen Präsidenten wählen zu müssen. Als Kandidaten boten sich im ersten Wahlgang gleich elf Kandidaten an (drei wurden, obwohl sie auf dem Stimmzettel waren, vom Verfassungsgericht nicht zugelassen).
1. Wahlgang am 18. Januar 2026
Nachdem es ursprünglich so ausgesehen hatte (laut den Umfragen), dass sich vier Kandidaten (Marques Mendes, Ventura, Gouveia e Melo, Seguro) um den Einzug in den 2. Wahlgang streiten (es war ziemlich klar, dass keiner die nötigen Stimmen erhalten würde, um im 1. Wahlgang gewählt zu werden), hat das Wahlergebnis doch einige dieser Vorhersagen durcheinandergebracht. Danach durften António José Seguro (PS) und André Ventura (Chega) zum 2. Wahlgang antreten.
Bei einer Wahlbeteiligung von 52,26 Prozent (knapp 5,77 Mio. von etwa 11 Mio. Wählern) die Ergebnisse im Einzelnen:
Ergebnis 1. Wahlgang
1. António José Seguro (PS), 31,12 Prozent geboren 1962. Er stammt aus Penamacor; hat einen Hochschulabschluss in Internationaler Politik und ist Magister in Politischen Wissenschaften; von 1990-1994 war er Führer der „Sozialistischen Jugend“; von 1991-1995 Abgeordneter im portugiesischen Parlament und einer der engsten Mitarbeiter von António Guterres, der jetzt der UNO vorsteht. Zwischen 1999 und 2001 war Seguro Abgeordneter im Europäischen Parlament; 2001/2002 übernahm er kurz Regierungsverantwortung als Minister für besondere Aufgaben im Umfeld des Regierungschefs, dann war er wieder Abgeordneter im portugiesischen Parlament, Fraktionsführer 2004/2005; von 2011-2014 war er Generalsekretär der „sozialistischen” Partei PS, bis er von António Costa abgelöst wurde.
2. André Ventura (Chega), 23,52 Prozent geboren 1983. Ventura stammt aus Algueirão, Sintra; besuchte zunächst ein Priesterseminar, bevor er sich entschloss zu Jura überzuwechseln, beendete sehr erfolgreich sein Studium, promovierte in Öffentlichem Recht und lehrte als Universiätsprofessor; nebenbei betätigte er sich als Sportreporter für Correia da Manhã TV. Von 2001-2018 war er Mitglied der „sozialdemokratischen” PSD, für die er 2017 Kandidat für das Bürgermeisteramt von Loures war; 2019 gründete er die rechtsradikale Partei Chega, er selbst bezeichnet sich als wirtschaftsliberal, nationalistisch und konservativ. Ventura ist Abgeordneter und Oppositionsführer im portugiesischen Parlament.
3. João Cotrim de Figueiredo (IL), 16,01 Prozent geboren 1961 in Anjos, Lissabon. Abitur an der Deutschen Schule, Wirtschafts-Bachelor in London, MBA in den USA; Manager, Unternehmer, Politiker; 2019-2023 Vorsitzender der Partei Iniciativa Liberal; Abgeordneter der portugiesischen Nationalversammlung (2019-2023) und des EU-Parlaments (2024/25); Tätigkeit beim Fernsehen als Direktor von TVI und im Tourismus als Vorsitzender des staatlichen Turismo de Portugal.
4. Henrique Gouveia e Melo (Unabhängiger), 12,32 Prozent geboren 1960 in Quelimane, Mosambik. Admiral der portugiesischen Marine; Sohn eines adligen Anwalts, der in einer höheren Funktion der portugiesischen Kolonialverwaltung von Mosambik diente; mit 18 Jahren kam er nach Lissabon, wo er die Kadettenschule der Marine besuchte. Melo stieg bald zu einem Kommandanten eines Unterseebootes auf, besuchte mehrere Fortbildungskurse [u.a. in den USA] und brachte es bis zum Oberbefehlshaber der portugiesischen Marine.
5. Luís Marques Mendes (PSD/CDS), 11,3Prozent geboren 1957 in Azurém, Guimarães; Anwalt mit Jurastudium in Coimbra und politischer Fernsehkommentator; schon mit 18 Jahren trat er der „sozialdemokratischen“ PSD bei (auch sein Vater war schon Anwalt, Mitglied der Partei und Bürgermeister von Fafe. Mendes war ab 1987 Abgeordneter im portugiesischen Parlament, von 1996-1999 Fraktionschef unter Parteichef Marcelo Rebelo de Sousa, von 2005-2007 Parteivorsitzender; er gehörte auch als Staatssekretär und Minister der Regierung an.
6. Catarina Martins (BE), 2,06 Prozent geboren 1973 in Santo Ildefonso, Porto. Martins ist Schauspielerin und Politikerin. Von 2012-2023 nationale Koordinatorin des Bloco de Esquerda, von 2009-2023 Abgeordnete des portugiesischen Parlaments, 2024 zur EU-Abgeordneten gewählt; ihre ersten Schuljahre verbrachte sie in São Tomé und Cabo Verde, wo ihre Eltern arbeiteten; Studium der Modernen Literatur und Magister in Linguistik; schon früh engagierte sie sich in Bürgerrechtsbewegungen und sie zählt zu den einflussreichsten Personen in den sozialen Medien.
7. António Filipe (PCP, PEV), 1,64 Prozent geboren 1963 in São Sebastião da Pedreira; Lissabon. Filipe ist Jurist und Politiker; Magister in Politischer Wissenschaft; Universitätsdozent; langjähriger [1989-2025] Parlamentsabgeordneter der kommunistischen Partei PCP [Mitglied des Zentralkomitees seit 1992], gewählt auf der Liste der CDU [Coligação Democrática Unitária], und Vizepräsident des Parlaments; Verfasser wissenschaftlicher Werke und politischer Fernsehkommentator.
8. Manuel João Vieira (Unabhängiger), 1,08 Prozent geboren 1962 in Nossa Senhora de Fátima, Lissabon. Musiker, bildender Künstler, Unternehmer und Universitätsdozent Er lehrt an der Escola Superior de Artes e Design in Caldas da Rainha]; Gründer und Sänger der Musikgruppen Ena Pá 2000 und Irmãos Catita. Vieira betrachtet seine Spaßkandidatur als Satire und verspricht allen Portugiesen einen Ferrari.
9. Jorge Pinto (Livre), 0,68 Prozent geboren 1987 in Cepelos, Amarante. Pinto ist Umweltingenieur und Politiker [Mitbegründer der Partei Livre]; Doktor in Sozialer und Politischer Philosophie; seit 2024 Abgeordneter im portugiesischen Parlament. Mitverfasser eines Werkes zu bedingungslosem Grundeinkommen und verschiedener Comics.
10. André Pestana (Unabhängiger), 0,19 Prozent geborren 1977 in Sé Nova, Coimbra. Der Biologe, Lehrer und Gewerkschafter [seit 2022 umstrittener Koordinator der Lehrergewerkschaft S.T.O.P, aus einer traditionell linken Familie stammend, beteiligte sich zunächst bei der kommunistischen Jugend, wechselte dann zum Bloco de Esquerda, verließ diese Partei und gründete MAS (Movimento Alternativa Socialista), um auch diese nach über zehn Jahren 2023 zu verlassen.
11. Humberto Correia (Unabhängiger), 0,08 Prozent geboren 1961 in Olhão. Correia ist Maler und Buchautor. Er lebte als Emigrant 25 Jahre in Frankreich, wo er in verschiedenen Fabriken und auf dem Bau arbeitete; 2002 kehrte er nach Portugal zurück und malt seither in der Innenstadt von Faro Bilder auf der Straße. Mit seiner Kandidatur will er gegen die Armut in Portugal protestieren und verkleidet als König Dom Afonso Henriques durch das ganze Land reisen und das Hauptproblem des fehlenden Wohnraums anprangern.
Die „linken Kandidaten“ Catarina Martins und António Filipe sind am 18. Januar weit hinter den Erwartungen geblieben
Gründe dafür gibt es verschiedene: zunächst einmal müssen die unterschiedlichen Mittel und Geldquellen genannt werden. Während beispielsweise André Ventura in riesengroßem Hochglanzformat an allen wichtigen Orten und Plätzen von den Plakatwänden herabprangte, musste man António Filipe an versteckten Orten im Kleinformat auf mickrigen Holzrahmenplakaten suchen. Zudem spielte die unterschiedliche „Aufmerksamkeit“, welche die Medien den Kandidaten gaben, eine wichtige Rolle. António Filipe wurde, außer in den offiziellen Kandidatenduellen im Fernsehen, praktisch totgeschwiegen, während andere Kandidaten, und hier vor allem André Ventura, einem ständig ins Auge sprangen und ihren „Senf“ abgeben konnten.
Mag auch sein, dass die Kampagnen zu einem „sinnvollen Votum“ (voto útil) ihren Erfolg zeigten und viele Stimmen von António Filipe zu António José Seguro „wanderten“, um so zu verhindern, dass nur „rechte“ Kandidaten im zweiten Wahlgang vertreten sind. Aber leider ist nicht zu übersehen, dass „linke Parteien“ in Portugal, und nicht nur hier, sondern auch in anderen Teilen Europas und der Welt, auf dem „absteigenden Ast“ sind. Der Anti-Kommunismus hat Hochkonjunktur und die Welt ist geprägt von „rechten“ und „rechtsradikalen“ Schreihälsen.
Und, was den linken Parteien PCP, Bloco de Esquerda und Livre im Vorfeld der Wahl zum Vorwurf gemacht wurde, dass man sich nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten geeinigt hat, spielt bei dem dürftigen Wahlergebnis auch keine Rolle mehr.
Mit den traditionellen „rechten“ Parteien in Portugal muss man beim besten Willen auch kein besonderes Mitleid haben
Wenn sie mit Marques Mendes, Gouveia e Melo und Cotrim de Figueiredo drei Kandidaten aus dem „rechten Lager“ ins Rennen werfen, dürfen sie sich nicht wundern, wenn keiner von ihnen für den zweiten Wahlgang übrigbleibt. Wenn man die Wahlergebnisse des ganzen Landes betrachtet, konnte Seguro zwar in allen Distrikten, außer Faro (Algarve, Ventura [33,02 Prozent) und auf den Azoren gewinnen. Erschreckend ist jedoch, dass André Ventura auf Madeira [33,43 Prozent] und vor allem bei den Emigranten im Ausland [40,93 Prozent, allerdings bei einer Wahlbeteiligung von nur 4 Prozent] und in vielen Wahlkreisen die Mehrheit erhielt.
Selbst in einer Algarve Gemeinde wie Lagos, die eigentlich seit Jahren fest in der Hand der PS liegt, hat Ventura die meisten Stimmen erhalten, zwar nur knapp (29,17 Prozent zu 28,64 Prozent), aber dennoch (wobei Seguro wenigsten in zwei Ortsteilen [freguesias]: São Gonçalo [Stadt Lagos 28,95 Prozent] und Bensafrim [33,09 Prozent] die Mehrheit erzielte; während Ventura in Barão de São João [32,84 Prozent], Luz [29,54 Prozent] und Odiáxere [37,13 Prozent] die Nase vorne hatte). Erstaunlich ist auch, dass Ventura nicht nur auf Madeira (São Vicente [43,59 Prozent]) oder in der Algarve (Albufeira [38,75 Prozent], Lagoa [38,27% Prozent, Vila Real de Santo António [37,92 Prozent], Castro Marim [37,89 Prozent] und sogar Silves mit einer kommunistischen Bürgermeisterin [37,25 Prozent] hohe Gewinne einfahren konnte, sondern auch in traditionell linken Gemeinden des Alentejo wie Élvas [39,86 Prozent, zweithöchstes Ergebnis], Monforte [38,5 Prozent], Mourão [37,64 Prozent], Moura [37,63 Prozent], etc.
2. Wahlgang (8.Februar) Für die Stichwahl blieben also zwei Kandidaten übrig
Das „rechtsradikale Schmuddelkind“ André Ventura, der sich selbst „als wirtschaftsliberal, nationalistisch und konservativ“ bezeichnet, und der „pseudolinke“ Demokrat António José Seguro (nach Auffassung der PCP gehört dieser als rechter Flügelmann der PS eigentlich schon zum rechten Lager).
Laut den Umfragen (70 Prozent für Seguro, 30 Prozent für Ventura) lagen also keine so dramatischen Umstände vor, wie bei der bisher einzigen Stichwahl aus dem Jahr 1986, als die Entscheidung zwischen dem PS-Mann Mário Soares und dem ultrarechten Juristen Diogo Freitas do Amaral, der enge Beziehungen zum salazaristischen Regime gepflegt hatte, fiel. Damals war ein Kopf-an-Kopf-Rennen vorausgesagt, sodass zur Verhinderung des Pseudofaschisten alles getan werden musste. In die Geschichte ging der damalige Spruch des Generalsekretärs der Kommunistischen Partei Álvaro Cunhal ein, als er seine Parteiangehörigen dazu aufrief: „Wenn es sein muss, deckt den Kopf von Soares auf dem Wahlzettel mit der einen Hand ab und macht mit der anderen Hand das Kreuz bei ihm.“
Das damalige Ergebnis war 51,18 Prozent gegen 48,82 Prozent für Mário Soares
Aber, da Wahlen keine Selbstläufer sind, hatten für den zweiten Wahlgang alle linken Kräfte und auch viele Persönlichkeiten aus dem rechten Lager zur Wahl von José António Seguro aufgerufen, um den Anti-Demokraten Ventura zu verhindern.
Die Stellungnahme von Paulo Raimundo, dem Generalsekretär der kommunistischen Partei PCP, lautete: „Gegen Ventura zu stimmen, bedeutet nicht Seguro und dessen politische Einstellung zu unterstützen, aber man kann die Gefahr nicht außer Acht lassen, die es bedeuten würde, die Präsidentschaft jemandem zu überlassen, dessen ausdrückliches Ziel es ist, das demokratische System zu zerstören und faschistische Werte und Vorstellungen an dessen Stelle zu setzen. Ventura spricht von den Arbeitern, aber was er will, ist, sie gegeneinander auszuspielen und ihre Ausbeutung zu vergrößern. Er spricht auch vom Gesundheitswesen, hat aber das Kaputtmachen des staatlichen Gesundheitswesens im Sinn, sowie von Korruption, wobei er aber das korrupteste System, welches das Land je kannte, den Faschismus, verteidigt. Er spricht von Minderheiten, um davon abzulenken, dass er sich einer immer reicher und mächtiger werdenden kleinen Elite verpflichtet fühlt. Er spricht von seiner Liebe für das Vaterland, aber schweigt angesichts der ständig wachsenden Herrschaft des ausländischen Großkapitals. Er verhält sich unterwürfig zur EU und geht einher mit den Vorstellungen und Plänen des nordamerikanischen Imperialismus und der Agenda von Trump.“
Ergebnis 2. Wahlgang
Mit Stand vom 9. Februar 2026 nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmen (wegen der Überschwemmungen fehlen noch drei Gemeinden sowie sechs Auslandskonsulate) hat António José Seguro 66,82 Prozent und André Ventura 33,18 Prozent der Stimmen erreicht.
Dabei konnte Seguro praktisch in allen Gemeinden die Mehrheit erzielen. Die Ausnahme bilden die zwei „schwarzen Schafe“ Elvas ( 50,85 Prozent für Ventura) und São Vicente auf Madeira (53,92 Prozent für Ventura).
Ich nehme mal an, André Ventura wird ganz schön froh gewesen sein, dass er nicht zum Staatspräsidenten gewählt wurde. Das hätte ihm sicher nicht in den Kram gepasst, er fühlt sich ja zu Höherem berufen, nämlich zum Regierungschef. Aber insgesamt konnte er ganz schön die Werbetrommel für sich und sein angestrebtes Ziel rühren.
Außerdem hätte er die Wahl ja schlecht annehmen können, denn dann hätte er ja seinen Eid auf die Verfassung ablegen müssen (Art. 127 Abs.3 der portugiesischen Verfassung lautet: „Ich schöre bei meiner Ehre, das mir anvertraute Amt gewissenhaft auszuüben, die Verfassung der Republik zu verteidigen, sie zu befolgen und Sorge dafür zu tragen, dass sie befolgt wird.“), die er schon seit Jahren vehement bekämpft. Sein ausdrückliches Ziel ist es ja gerade die demokratischen Rechte und Freiheiten, die durch die Verfassung garantiert werden, abzuschaffen. Das heißt, solange die Verfassung nicht geändert ist, wozu eine Zweidrittel-Mehrheit in der Nationalversammlung notwendig ist, kann Ventura eigentlich gar nicht Staatspräsident werden.
Das Präsidentenamt
In erster Linie nimmt der Präsident repräsentative Aufgaben wahr, er vertritt sein Land nach außen. Zudem gilt er als Hüter der Verfassung und wacht somit über ein ordnungsgemäßes Wirken der staatlichen Institutionen. Er kann die Regierung absetzen, wenn die Demokratie in Gefahr ist, das Parlament auflösen und Neuwahlen ansetzen. Viele seiner Funktionen sind aber von einer vorherigen Anhörung der Regierung oder einem Parlamentsbeschluss abhängig. Seine stärkste „Waffe“ ist sein Vetorecht gemäß Art. 136 der portugiesischen Verfassung. Zunächst einmal kann er jegliche zu verkündende Gesetzesvorschrift zur Vorabprüfung dem Verfassungsgericht vorlegen. Äußert dieses keine Bedenken, kann er dennoch sein Veto einlegen. Bei vom Parlament erlassenen Gesetzes kann das Parlament mit absoluter Mehrheit (bei besonders wichtigen Gesetzen mit einer Zweidrittel-Mehrheit) das Veto zunichte machen. Bei Gesetzesdekreten der Regierung gilt das Veto.
Der neue Präsident
Der neue Präsident António José Seguro, der bei einer Wahlbeteiligung von 50,09 Prozent im zweiten Wahlgang nicht einmal von einem Drittel der Portugiesen (31,8 Prozent) gewählt worden ist, wird sich wohl ganz gut in die Reihe der bisherigen verfassungsmäßigen Präsidenten einreihen. Seit 1976 haben bisher alle verfassungsmäßigen Präsidenten (1976-1986 António Ramalho Eanes, 1986-1996 Mário Soares, 1996-2006 Jorge Sampaio, 2006-2016 Aníbal Cavaco Silva, 2016-2026 Marcelo Rebelo de Sousa) ihr Doppelmandat in aller Ruhe zu Ende gebracht, ohne große Turbulenzen und zumeist auf ihre repräsentative Funktion beschränkt. Das heißt Seguro wird wohl auch durch das Land reisen, hie und da Gäste begrüßen und Hände schütteln, Monumente einweihen, an besonderen Plätzen schöne Reden halten und sich bei Katastrophen an vorderster Front zeigen (wie Marcelo Rebelo de Sousa zur Zeit mit dem Schlauchboot durch die Überschwemmungsgebiete fahren und in die Kameras winken) und Trost spenden.
Große Zerwürfnisse mit den regierenden Rechtsparteien wird es wohl wegen grundlegender politischer Übereinstimmung kaum geben. Es wird also alles seinen gewohnten („rechten“) Gang gehen, egal ob der Staatspräsident jetzt Marcelo Rebelo de Sousa (PSD) oder António José Seguro (PS) heißt.
Das Schlusswort
Zumindest ist den PortugiesInnen im Augenblick ein arroganter Hassprediger als Präsident erspart geblieben, das heißt aber nicht, was viel schlimmer wäre, dass er in nicht allzu ferner Zukunft als Regierungschef wieder auftaucht.
Das hängt von den portugiesischen Wählern ab.
Bruno ist Aktivist der Linken Deutschsprachigen Freunde Lagos LDFL.
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