Saigon 1975 – Kabul 2021 – Deja-vu für die USA

© Karl Berger Promedia Verlag

UHUDLA Weitblick Schlaue Analysen mit Weitblick und UHUDLA Niveau von unseren MitarbeiterInnen, den „die 68er werden alt“ Künstler Ingo Gärtner und der Autorin Henrietta Bilawer.

Kabul ist gefallen, der internationale Flughafen steht unter Beschuss, Österreich möchte aber weiterhin Abschiebungen nach Afghanistan durchführen Renommierte Gehirnchirurgen reisen jetzt nach Wien, um die geheimnisvolle Materie zwischen diversen großen Ohren zu untersuchen”, wundert sich Ingo Gärtner auf Zuckerbergs FB über Kanzler Sebastian Kurz und seiner alpenländischen Hawara-Regierung.

Die UHUDLA Autorin Henrietta Bilawer geht der Sache tiefer auf den Grund

Zur Ergänzung auf einen Kommentar in der bundesdeutschen Tageszeitung „Tagesspiegel” schreibt sie:

„22.500 Liter Bier, Wein und Sekt schleppten die deutschen Soldaten unter dem Kommando der BRD Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer bei ihrem Abzug nach Hause – aber Ihren afghanischen Helfern hinterließ die Bundesregierung einen Pflichtkurs in Berliner Bürokratie: Antragsberechtigt für die Einreise nach Deutschland war nur, wer

+ eine „individuelle Gefährdung“ nachweisen konnte (wie wäre es mit einem von den Taliban beglaubigter Eintrag in eine Todesliste?)

+ in den vergangenen zwei Jahren für die Bundeswehr tätig war (von insgesamt zwanzig)

+ nicht über ein Subunternehmen den deutschen Soldaten zu Diensten war (Outsourcing in seiner perfidesten Form)

+ nicht für die deutsche Entwicklungshilfe oder andere Organisationen tätig war (gilt der Bundesregierung offenbar als „Gedöns“).

Aber auch wer das alles belegten konnte, hatte es noch längst nicht geschafft: Die Flugtickets für sich und ihre Familien sollten die Helfer gefälligst selbst bezahlen – doch dafür reichte es bei vielen nicht.

Noch bis vor kurzem galt die Devise: Dann sollen sie eben ins sichere Kabul gehen – da kommen die radikalen Islamisten schon nicht hin.

Der deutsche Innenminister Horst Seehofer hatte noch bis vor wenigen Tagen an Abschiebungen nach Afghanistan festgehalten, die Begründung: Andernfalls würden noch mehr Menschen zur Flucht „motiviert“ – als hätte die Todesangst vor den schnell anrückenden Taliban nicht schon gereicht. Aber es geht ja auch nicht um deutsche Urlauber (240.000 wurden zu Beginn der Corona-Pandemie schnell aus aller Welt zurück nach Deutschland geholt). Jetzt versucht die Regierung in einer Hau-Ruck-Aktion, deutsche Botschaftsangehörige mit Bundeswehrmaschinen außer Landes zu bringen – der kommerzielle Luftverkehr ist unterbrochen. Die Bilder gleichen jenen aus Saigon 1975 vom überstürzten Abzug der Amerikaner aus Vietnam. „

Kommentar verfassen