Katastrophale Zustände und der „Westen” schaut zu

© PCP Graphik

Krieg in Gaza In Rafah lassen die USA, Israel und die EU-Staaten ihre Masken erneut fallen.

Von Ângelo Alves Avante!, Nr. 2620 vom 15. Februar 2024 übersetzt von Bruno

Zum Zeitpunkt, an dem wir diese Zeilen schreiben (12.02.2024), scheint ein weiteres schreckliches Verbrechen der faschistischen israelischen Regierung kurz bevorzustehen, welches den im Gazastreifen ablaufenden Völkermord in ungeahnte Dimensionen erhebt.

Israel hat den letzten Zufluchtsort der Palästinenser bombardiert

Allein in dieser Nacht sind in Rafah 100 Palästinenser ums Leben gekommen. Israel droht nun damit, eine Bodenoffensive in größerem Maßstab gegen diese südlichste Stadt im Gazastreifen, an der Grenze zu Ägypten, durchführen zu wollen.

Und in diesem Gebiet leben nun 1 Million und 400.000 Tausend Flüchtlinge zusammengepfercht, die zuvor im Norden und Zentrum jener Zone des Martyriums lebten; die von dort in einem fürchterlichen Teufelskreis von Massakern, Drohungen und Zwangsräumungen vertrieben wurden und jetzt in dieser letzten Zufluchtsstätte dahinsiechen, wo sie in nicht enden wollenden Zeltunterkünften versuchen zu überleben; oder sie lagern schlicht und einfach am Straßenrand ohne Schutz, Nahrung und Zugang zu medizinischer Versorgung.

Das, was sich dort in Gaza abspielt, ist eines der größten und niederträchtigsten Verbrechen der Menschheit in ihrer jüngsten Geschichte, anders kann man es nicht sagen. Israel hat bereits 28.000 Personen umgebracht und etwa 8.000 unter den Trümmern begraben.

Es sind ganz überwiegend Zivilpersonen, unter ihnen 12.300 Kinder und 8.400 Frauen. Die Anzahl der Verletzten beläuft sich auf 68.000. Von den Palästinensern, die um ihr Überleben kämpfen, leiden etwa 700.000 an Infektionskrankheiten. 8.000 sind mit viraler Hepatitis infiziert.

Diese Menschen und viele andere können medizinisch nicht versorgt werden, weil fast alle Krankenhäuser von der israelischen Kriegsmaschinerie angegriffen wurden, wobei 340 im Gesundheitswesen Berufstätige den gewaltsamen Tod fanden.

Etwa 10.000 krebskranke Menschen können jeden Augenblick sterben

Soviele Menschen könnten um ihr Leben kommen, weil sie an keine lebensrettenden Medikamente herankommen. Humanitäre Organisationen bestätigen, dass die Lage der hungerleidenden Bevölkerung „jedes Ausmaß an katastrophalen Zuständen übertrifft.“

Dies ist eine der dramatischen Folgen der Verhinderung humanitärer Hilfe in Gaza. Das Ganze wird noch verschlimmert durch die kriminelle Einstellung der Finanzierung der UNRWA durch die USA, Großbritannien und verschiedene andere Komplizen der faschistischen Regierung Israels.

Wenn dieses ganze Szenarium schon unerträglich erscheint, dann ist das, was die israelischen Horden mit Rafah vorhaben, die Steigerung der Katastrophe in absolut danteske Zustände. Das Ziel der Kriminellen tritt immer klarer zutage: das Maximum an Palästinensern zu töten und die restlichen mit ihrer stattfindenden Terrorkampagne in die Sinai-Wüste zu vertreiben.

Dies muss unter allen Umständen verhindert werden, denn ein Massaker in dieser Dimension hat die Welt im Laufe der Geschichte bisher noch kaum gesehen. Ein solches wahllos vernichtendes Blutbad muss verhindert werden. Es ist unbedingt notwendig, das Leben von 600.000 Kindern zu schützen, die sich schätzungsweise in Rafah eingeschlossen befinden, ohne einen Ausweg, wohin sie fliehen könnten.

Netanjahu kann auf die Unterstützung durch die Militärmacht USA zählen

Israel ist kaum zu zügeln, denn die USA liefert die Waffen für das Blutbad und hällt Israel durch die Bombadierung von Syrien, dem Irak und Jemen den Rücken frei. Und gerade sind die USA dabei, weitere 10 Milliarden Dollar zur Unterstützung der israelischen Kriegsmaschinerie zu bewilligen. Während die Europäische Union als Resonanzbox der USA dabei ist, den Krieg in der Ukraine zu finanzieren, schaut sie hier bei Natur und Ausmaß der Verbrechen, die gerade in Palästina begangen werden, geflissentlich zur Seite und versucht, ihre Haltung mit rhetorischen Phrasen, wie denen von Borrell, zu verschleiern.

Allmählich lassen aber alle ihre Masken fallen, worauf allein die portugiesische kommunistische Partei PCP in der politischen Debatte im Rahmen der Wahlkampagne zu den portugiesischen Parlamentswahlen am 10. März 2024 hinweist und damit die Welt daran erinnert.

Bruno ist Aktivist der Linken Deutschsprachigen Freunde Lagos LDFL. Er hat den portugiesischen Avante-Text übersetzt.

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