
52 Jahre Nelkenrevolution ■ Eine riesige Menschenmenge bekannte sicham 25. April 2026 in Lisboa und an vielen anderen Orten zur portugiesischen Revolution, ihren Werten und zur Verteidigung ihrer Errungenschaften.
Bericht, Avante!, Nr. 2735 vom 30. April 2026 von Bruno überarbeitete KI-Übersetzung
Am 25. April, dem 52. Jahrestag der Revolution, strömten wahre Menschenmassen aus vielen Teilen des Landes zusammen, um zu bekräftigen, dass die Nelkenrevolution und ihre Werte lebendig sind und dass das Volk und die Arbeiter – die am meisten von ihrer Errungenschaften profitiert haben – bereit sind, sie zu verteidigen.
Im Laufe seiner Geschichte hat das portugiesische Volk, so sehr es auch unterdrückt worden sein mag, stets gezeigt, dass es Widerstand leisten kann. Auch wenn die Umstände, Dimensionen und Beweggründe unterschiedlich waren, ist dies ein bemerkenswertes Merkmal der Menschen, die in diesem am Meer gelegenen Rechteck leben und arbeiten – ob hier geboren, aufgewachsen oder eingewandert.
Vor 52 Jahren begann ein bedeutendes Kapitel der Geschichte, das noch nicht abgeschlossen ist
Ständig zeigt sich die Härte des Lebens, und schon immer gab es Feinde der April-Revolution, die gegen ihre Errungenschaften vorgingen. Heute ist es nicht anders: Das Leben wird immer schwieriger und die Lebenshaltungskosten immer unerträglicher.
Da ist das Wohnraumproblem mit Mieten oder Bankkrediten, die für Menschen, die von ihrem Lohn leben, unerschwinglich geworden sind.
Da ist der Zugang zum Gesundheitswesen, mit einem nationalen Gesundheitssystem (SNS), dessen Beschäftigte und Nutzer sich gegen unaufhörliche Zerschlagungsversuche wehren, die den Zugang zur Versorgung erschweren.
Da sind die Löhne, die stagnieren und angesichts ständig steigender Preise für Lebensmittel, Treibstoffe und Dienstleistungen an Kaufkraft verlieren.
Da ist das Bildungswesen, dessen Zugang im Hochschulbereich elitär gestaltet werden soll und das in den anderen Bildungsstufen verfällt.
Da sind die Privatisierungen, mit denen man weiterhin versucht, zu Schleuderpreisen zu verkaufen, was eigentlich in staatlichen Händen bleiben sollte.
Da ist das Recht auf Frieden, das zunehmend durch die Unterordnung unter ausländische Interessen bedroht wird, die Portugal erneut in einen Konflikt hineinzuziehen drohen, der nicht der seine ist – ein Affront gegen die Verfassung der Portugiesischen Republik.
Da sind die Arbeiterrechte, die durch ein Arbeitsmarktpaket infrage gestellt werden sollen, das die Regierung um jeden Preis durchsetzen will, obwohl es bereits mit einem imposanten Generalstreik von den Arbeitern abgelehnt wurde.
Das ist nicht im Sinne der Nelkenrevolution in Portugal. Sie hat uns genau das Gegenteil versprochen
Die Auswirkung der Revolution verankerte für das portugiesische Volk und für alle, die in diesem Land leben und arbeiten, eine Reihe von Rechten, die seit Jahrzehnten langsam ausgehöhlt werden – allerdings ohne vollständigen Erfolg.
Die Bedeutung der Revolution vom 25. April 1974 ist weit mehr als nur eine Stimme an der Wahlurne. Sie war und ist ein tiefgreifendes Programm wirtschaftlicher und sozialer Umgestaltung, was Voraussetzung dafür ist, soziale Gerechtigkeit und nationale Unabhängigkeit zu sichern.
Am 25. April kam im ganzen Land eine riesige Menge von Menschen zusammen, um gegen all das, was man uns aufzwingen will, Widerstand zu leisten und lieferte eine breite Demonstration der Stärke. Die Avenida da Liberdade in Lissabon und die Avenida dos Aliados in Porto waren menschliche Kulissen dieses Gefühls von Widerstand, Kampfgeist und dem Willen voranzuschreiten. Doch auch in den übrigen großen Städten des Landes (sogar auch in anderen Ländern der Welt: Spanien, Frankreich, Vereinigtes Königreich, Brasilien …) fanden durch Vereine, Gewerkschaften, die kommunale Selbstverwaltung, die PCP und die CDU Demonstrationen, Kundgebungen, Umzüge, Konzerte und Volksfeste statt. Hinzu kamen organisierte Mittag- und Abendessen, Veranstaltungen und Ehrungen, Sportwettbewerbe und Initiativen für Kinder. Vor allem war es ein Beweis dafür, dass der 25. April lebt und das Volk bereit ist, ihn zu verteidigen.

Kommentar von Bruno
Im Text oben, die „offizielle“ Darstellung der portugiesichen Kommunistischen Partei PCP in der Parteizeitung Avante!
Vor Ort, in Lissabon, war es unheimlich beeindruckend, wie eine riesige Menge von Menschen stundenlang auf der Avenida da Liberdade vom Praça do Marquês de Pombal zum Rossio herabzog. Und was noch beeindruckender war, dass so viele junge Menschen dabei waren. Dies gibt Zuversicht und Hoffnung.
Die große Mehrheit der Teilnehmer war am 25. April 1974 noch nicht geboren und zu jung, um dessen Bedeutung zu ermessen. Aus eigener Erfahrung kannten die wenigsten ein Portugal vor der Nelkenrevolution. Das Land war nicht nur arm und rückständig (wirtschaftlich, sozial und kulturell), gelähmt durch Zensur, Analphabetismus, Mangelernährung und Kindersterblichkeit; es war einer brutalen Repression unterworfen und einer faschistischen Diktatur ausgeliefert. Durch die Aprilrevolution fand eine komplette Umwälzung der Verhältnisse statt. Es wurde eine neue Seite aufgeschlagen und politische, wirtschaftliche, soziale, kulturelle und zivilisatorische Errungenschaften wurden hervorgebracht, auf die das Volk unermesslich stolz sein kann.
Bedauerlicherweise gab es von Anfang an rechte reaktionäre Kräfte, monopolistische Gruppen, Besitz-Bourgoisie, die mit wirtschaftlicher Sabotage, Kapitalflucht, Putschversuchen sowie mit Hunderten von gewalttätigen Angriffen (Bombenanschlägen, Überfälle, Brandanschläge gegen Parteisitze linker Parteien und Gewerkschaften) gegen diese gesellschaftliche Revolution vorgingen. Und solche Kräfte gibt es noch immer, seien es nostalgische Bewunderer der „guten alten Zeiten“ oder neofaschistische Rechtsextremisten.
Dagegen muss man auf der Hut sein. Deshalb war es umso erfreulicher zu sehen, wie ein breites Bündnis von „linken“ Parteien (von PCP, Bloco de Esquerda, Livre bis PS) und Sympathisanten an der Demonstration friedlich teilnahm.
Rote Nelken überall und das Revolutionslied „Grândola, vila morena“
Viele Teilnehmer trugen selbstgemalte Plakate mit Sprüchen und Losungen, Organisationen führten Spruchbänder mit sich, und fast überall ertönte Musik und Gesang: das Revolutionslied „Grândola, vila morena“ (Volk), die „Carvalhesa“ (PCP, JCP) und „O povo unido jamais será vencido“ (Gewerkschaft CGTP-IN). Dazu die Parolen „25 de Abril sempre, fascismo nunca mais“, „Somos muitos, muitos mil, para continuar Abril“ und „Assim se vê a força do PC“ (PCP, JCP).
Ein kleiner Wermutstropfen vielleicht: Man konnte sich dem Eindruck nicht erwehren, dass es sich mehr um ein Volksfest handelt als um eine politische Veranstaltung. Trommlergruppen, ausgelassene Tänze, Chöre, provokante Selbstdarstellungen (Richtung „Christopher Street Day“), Spaß und Gaudi. Ich vermute mal, dass viele, vor allem der jungen Leute, nicht aus politischen Gründen anwesend waren, sondern weil es ein Riesenevent ist, wo man Freunde trifft und sich vergnügen kann. So kann man sich vielleicht auch erklären, warum trotz des massenhaften Andrangs bei den Festivitäten zum 25. April so viele Leute rechte (PSD, CDS) und rechtsextreme (Chega) Parteien wählen?!
Bei der Abschlusskundgebung am Rossio hatte sich schon vieles „zerlaufen“. Die riesige Menschenmenge hatte sich in all die Kneipen und Cafés der proppevollen Nebenstraßen verteilt.
Ein Abschlussfoto (Bild oben) konnte ich noch von Jugendlichen machen, die auf das Denkmal von Dom Pedro IV auf dem Rossio-Platz geklettert waren. An „normalen“ Tagen wäre sicherlich die Polizei sofort eingeschritten, aber nicht am 25. April!
Bruno ist Aktivist der Linken Deutschsprachigen Freunde Lagos LDFL.
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