Vorwärts gelebt, rückwärts verstanden


Karl Weidinger
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Meingott. War das eine Zeit. Aufbruchstimmung & das täglich. Die achtklassige Volksschule für Waldbauernbuben & Mädchen war Kilometer entfernt. Die Strecke nur zufuss oder mit Fahrrad, für das man sich heute genieren würde, zu bewältigen.

Da war was Besonderes auf dem Weg, 40 Jahre später hatte ich das erste Fahrrad ohne Achter, vorn & hinten. Das nenn` ich Revo. Meine Lehre daraus: Immer vorwärts im Leben, immer rückwärts im Verstehen. Weiterlesen

Stimmgewitter Augustin

Stimmgewitter Augustin

Mario Lang ■ Sangesfreudige Meuterei mit Kitsch & Revo Das kollektives 68er Erwachen ereignete sich für das Stimmgewitter zeitverzögert im 2000er Jahr auf der Wiener Jesuitenwiese am Volksstimme Fest.

Genauer am UHUDLA Stand der ältesten und rebellischsten Straßenzeitung Österreichs. Dort, wo sich die Alt-68er für gewöhnlich Anfang September zusammenrotten. Weiterlesen

Das Beste aus der Proletenpassion

UHUDLA Ausgabe Nr.95

Beatrix Neundlinger ■ Die Sängerin der legendären „Schmetterlinge” bedankt sich beim UHUDLA für das Galerieheft: „interessant was Ingo Gärtner in den Jahren da geschaffen hat.”

Wir (Schurli Herrnstadt , Peter Marnul und ich) haben auf Einladung des Festivals „wir sind Wien“ Altbewährtes wieder aufgenommen … Weiterlesen

Alle Lust will Ewigkeit

„Old-Easy-Rider” Walter auf seinem Harley Davidson Rock’n Roll Stuhl.

Walter Eckhart ■ Ich kam 1964, geprägt vom  steirischen Kleinkeuschlertum und eines vertrotteltem Katholizismus‘  nach Wien. 1968 war ich 20 Jahre alt und „Angestellter“ einer großen österreichischen Versicherung. Ausgeschrieben nannte sich damals die SPÖ – Sozialistische Partei Österreichs.

1968 – Proteste gegen den Vietnamkrieg, Bürgerrechtsbewegungen der Afroamerikaner und Ermordung Martin Luther Kings. Mai Unruhen in Frankreich und Studentenrevolte in Deutschland – da hat es sich abgespielt. Weiterlesen

Arena Besetzung & Marxismus

© Christian Znopp. UHUDLA Fest, Live im Chelsea

Chris Peterka ■ 1968 war ich zehnJahre alt, das heißt gerade am Wechsel von der Volksschule ins Gymnasium. Im August war ich auf meinem ersten katholischen Jugendlager in Admont in der Steiermark, das erste Mal weg aus dem behüteten Heim. Als ich zurückkam war die sogenannte CSSR-Krise, und meine kleinbürgerliche Mutter verbreitete ein wenig Panik zu Hause, indem sie einen Krieg profezeite.

Ich persönlich war von meiner späteren musikalischen Karriere noch weit entfernt. Weiterlesen

Kunstalltag und Kunst der Landwirtschaft


Michael Groier
■ eine sehr gute idee, das thema 68er einmal aus künstlerischer perspektive zu beleuchten.

ich beschäftige mich derzeit selber intensiver mit der erkenntnisebene kunst (kunstphilosophie, ästhetik), da sich mein letztes forschungsprojekt mit den transformationspotentialen von kunstinitiativen bezüglich der landwirtschaft und ländlichen regionen (regionalentwicklung) befasst. Weiterlesen

Musik & Drahdiwaberl verändern die Welt

Rudolf Karazman

Rudolf  Karazman Es war mein Geburtstag. Ich wurde 15. Ich fand es schrecklich, so alt zu werden, ich war pubertäts-depressiv. Aber es war auch der Tag eines großen Rock- und Jazz-Events im Konzerthaus bei freiem Eintritt. Es spielte alles was damals in Wien spielen konnte. Von Fatty George, Jesus HC, bis zu… ja, Drahdiwaberl. Mein politischer Geburtstag.

Stefan Weber betrat unter Jubel in seinem Cowboy-Sheriff-Rock-Outfit mit einem Kleiderpuppenständer die Bühne … Weiterlesen

Ein neuer Mai 68 ist überfällig

Willi Stelzhammer

Willi Stelzhammer ■ „Weil ich genug habe von der allgemeinen Blödheit“, hieß mein erster Artikel, in der Zeitschrift „Nachrichten für Unzufriedene“ unserer autonomen Jugendorganisation SPARTAKUS, der 1971 auch im Neuem Forum von Dr. Nenning erschien.

53 Jahre nach 1968, viele Erfahrungen reicher, hat für mich dieser Titel, angesichts der kurz-sichtigen, politisch-wirtschaftlichen Entwicklungen in Ösiland und der Welt, immer noch Gültigkeit. Weiterlesen

Beeindruckende stille Revolution

Inge Karazman-Morawetz

Inge Karazman-Morawetz Die 68er-Bewegung ist für mich die Speerspitze einer Stimmung, aus den bleiernen Zeiten des Autoritarismus auszubrechen, die in der Gesellschaft schon zu schwelen begann.

Ihr folgten in den 1970ern all diese grundlegenden Reformen im Familienrecht, Kindschaftsrecht, auch Strafrecht, die uns heute selbstverständlich erscheinen: Abschaffung des Familienoberhaupts, Gleichstellung der Frau, Verbot des Züchtigungsrechts u.a.m.. Weiterlesen

Die Wut im Bauch zum Beben gebracht

© Benjamin Rizy

Helmut Rizy Ein „Live-Bericht” über den 22. Jänner 1969. Zwei Tage zuvor – es war ein Montag gewesen – hatten wir vor dem Amerikahaus, das damals im Heinrichshof gegenüber der Oper beheimatet war, gegen den Vietnamkrieg, zugleich aber auch für die Anerkennung Nordvietnams durch die österreichische Regierung – analog zu Schweden – demonstriert, als unerwartet Teilnehmer einer anderen Kundgebung zu uns stießen.

Von weitem hatten wir die Parolen ›Der Henker wohnt im Imperial‹ und ›Schah an den Galgen‹ gehört. Weiterlesen